Werbach

Auswanderung Die Brüder Sebastian und Theodor Grumbach und deren Frauen fanden in den USA eine neue Heimat

Nachfahren besuchen sich gegenseitig

Archivartikel

Zwei Brüder aus Wenkheim und ihre Frauen wanderten 1891/92 in die USA aus. Noch stehen Bürger aus der Ortschaft mit ihren Nachfahren in Kontakt.

Wenkheim. An der Besiedelung des nordamerikanischen Festlandes durch Europäer waren Deutsche von Anfang an beteiligt. Bis ins 20. Jahrhundert hinein bildeten sie sogar die stärkste Einwanderergruppe.

Auch aus dem badischen Frankenland wagten viele Frauen und Männer den Sprung über den „Großen Teich“. Zu ihnen gehörten der Bierbrauer Sebastian Grumbach und sein Bruder, der Bäcker Theodor Grumbach aus der Welzbachgemeinde.

Beruflich Fuß gefasst

Laut Bremer Schifffahrtsliste wanderten die beiden Wenkheimer 1891 in die USA aus. Nachdem sie dort beruflich Fuß gefasst hatten, kamen sie 1892 zurück nach Deutschland und holten ihre Frauen in die Vereinigten Staaten von Amerika nach.

Die beiden Frauen stammten aus Wenkheim. Eine wohnte in unmittelbarer Nähe des Grumbach‘schen Elternhauses.

Das Quellenbüchlein von Pfarrer Johann Steger, 1929 fertiggestellt, weist nach, dass die 1874 geborene Maria Eva Steger 1892 mit Theodor Grumbach nach New York ausgereist ist.

Sebastian Grumbach war mit Maria, geborene Döpfert, verheiratet, wie aus einem älteren Fotoalbum von Erwin Grumbach hervorgeht. Beide reisten dann 1892 ebenfalls in die USA aus.

Rosine Steger, die Schwester von Maria Eva Steger, wanderte 1896 ebenfalls nach New York aus. 1901 kamen die Schwestern zum Besuch zurück nach Wenkheim.

Rosine war noch ledig, heiratete aber 1902 in den USA. Maria Eva Grumbach hatte ihre zwei Söhne, den fünfjährigen Theodor und den dreijährigen Willy dabei. Im August 1902 reisten alle vier wieder zurück in die USA.

Bruder Ignaz Grumbach, seine Ehefrau Franziska und den Eltern betrieben in Wenkheim im Elternhaus weiterhin die heimische Landwirtschaft. Die Wenkheimer Linie wurde ab 1912 von Franz Grumbach fortgesetzt. Er wurde im Zweiten Weltkrieg als Sanitäter zur Wehrmacht eingezogen und kam an zahlreichen Kriegsschauplätzen zum Einsatz. Seit 1944 gilt Ignaz Grumbach in Rumänien als vermisst.

Sein Sohn Erwin, geboren 1937, ist heute das „Familienoberhaupt“ der Grumbachs, zusammen mit seiner Frau Lydia, die aus Eibelstadt bei Würzburg stammt. Ihre vier Kinder und neun Enkel wohnen in Wenkheim und den Nachbarorten.

Familienzuwachs

Im Laufe der Zeit wurden auch bei den Grumbachs in den USA die Familien der Kinder und Enkelkinder immer größer. Lange Zeit wurden die verwandtschaftlichen Beziehungen über den Großen Teich hinweg nur sporadisch gepflegt.

Nach dem Zweiten Weltkrieg interessierte sich die nächste Generation in den Staaten jedoch wieder verstärkt für ihre deutschen Wurzeln und es kam zu zahlreichen Besuchen in „Good old Germany“. Der erste erfolgte 1962. Inzwischen war der eine Zweig der Grumbachs von den USA nach Kanada gewechselt.

Reise nach Kanada

Immer wieder kamen Verwandte in größeren Abständen zu Besuchen nach Deutschland. 2015 und 2017 waren Maria Hemrich, geborene Grumbach, mit ihrem Ehemann und Michael Grumbach zusammen mit seiner Frau Martina und den Kindern bei den Verwandten in Kanada zwischen Calgary und Edmonton in der Provinz Alberta zu Gast.

Die Verwandten in den USA wohnen in Las Vegas und bei San Francisco. In diesem Sommer oder Herbst wird wieder Besuch aus Amerika erwartet.