Werbach

Treffen der Fanfarenzüge Vereine der Sektion Ost gaben sich auf der Gamburg ein Stelldichein / Publikum sparte nicht mit Applaus

Tragende Säulen des kulturellen Lebens

Archivartikel

Ein Stelldichein auf Burg Gamburg gaben sich am Sonntag Fanfarenzüge aus der Region. Ihre Auftritte sorgten bei den Zuschauern für Begeisterung.

Gamburg. „Schloss Gamburg ist unser Heroldeheim, umgeben von Wall und Mauer. Dort kehren zu Proben und Spielen wir ein, hoch über den Ufern der Tauber“, heißt es in der dritten Strophe des Lieds der Fränkischen Herolde. Geschrieben und komponiert hat das Werk Alfred Meckel vor 60 Jahren bei der Gründung des Vereins der Fränkischen Herolde eben auf genau dieser Gamburg, auf der sich die Fanfarenzüge aus Höhefeld, Neubrunn, Dertingen, Kützbrunn, Unterschüpf und Osterburken erneut zum gemeinsamen Musizieren trafen. Letztmals war man 2011 an diesem historischen Ort aufgetreten, in diesem Jahr passend mit dem Schlosserlebnistag zusammenfallend.

Beeindruckendes Bild

Die Familie von Mallinckrodt hatte wieder den weitläufigen Burggarten zur Verfügung gestellt für die über 200 Musiker und die vielen Besucher, die sich dieses Spektakel nicht entgehen lassen wollten. Jeder Fanfarenzug zog einzeln ein und wurde mit den begleitenden Fahnenschwingern und viel Applaus begrüßt; vorausgehend immer der Standartenträger, gefolgt von den Fahnenschwingern mit ihren übergroßen Bannern.

Begrüßt wurden die vielen Gäste auch von Werbachs Bürgermeister Ottmar Dürr und Baron von Mallinckrodt. Hoch oben vom äußeren Burgring grüßten die Ehrengäste, darunter die stellvertretende Wertheimer Oberbürgermeisterin Brigitte Kohout sowie die Bürgermeister Christian Kremer und Joachim Markert aus Boxberg beziehungsweise aus Grünsfeld.

Fanfarenzüge sind tragende Säulen des kulturellen und gesellschaftlichen Lebens in unseren Städten und Gemeinden und damit Garanten einer aktiven und lebendigen Gemeinschaft“, lobte Dürr die Musiker, die sich ganz in der Tradition der mittelalterlichen Überbringer von Nachrichten sehen.

Denn das war die Aufgabe von Herolden in früherer Zeit. Die Musikanten übermittelten Nachrichten von Kaisern und Königinnen an deren Untergebene. Heute überbringen sie „nur noch“ musikalische Grüße mit ihren Fanfaren und Trommeln.

Interpretationen

Dabei hatte auf der Gamburg jeder Zug seine eigenen Interpretationen zu bieten. Herausragend dabei die Fränkischen Herolde aus Neubrunn, die in ihrer Geschichte schon mehrere Bayerische und Deutsche Meisterschaften erringen konnten. Sie sind die einzig bayerischen Vertreter im Zusammenschluss der sechs Fanfarenzüge.

Aber die gute Zusammenarbeit und die Bezeichnung Fränkische Herolde nimmt Bezug auf die gemeinsame Geschichte des Landstrichs rechts und links der Tauber. Entstanden sind alle Fanfarenzüge in den Jahren 1954 bis 1960, und alle sind heute noch aktiv. Sie sind gerngesehene Gäste bei Veranstaltungen, die das Brauchtum pflegen und damit ein Stück Heimat symbolisieren.

Höhepunkt der Veranstaltung zum Schlosserlebnistag war sicher das gemeinsame Spielen aller Mitwirkenden unter der Leitung von Michael Hemrich, Clarino der Sektion Ost des Verbands süddeutscher Fanfarenzüge, und dem Singen des Herolde-Lieds „Burg Gamburg“. Da war der Beifall des Publikums beinahe schon programmiert.

„Das hat heute richtig Spaß gemacht“, resümierte Siegmar Scherer von den Fränkischen Herolden Kützbrunn. Er freut sich mit seinen Mitspielern schon auf das nächste Treffen der Fanfarenzüge im kommenden Jahr.