Werbach

Zwei Tage lang gefeiert Der Gesangverein Böttigheim beging seinen 95. Geburtstag mit einem bunten Programm

„Wichtige Impulse für das Musikleben“

Zwei Tage lag stand die Grenzgemeinde ganz im Zeichen der gepflegten Chormusik. Grund war der 95. Geburtstag des Gesangvereins.

Böttigheim. Als der Verein 1924 gegründet wurde, war der Erste Weltkrieg gerade überstanden und es trat ein leichter wirtschaftlicher Aufschwung ein. Da widmete man sich langsam wieder den schönen Künsten. Die „Veredelung von Geist und Gemüt durch die Erlernung entsprechender Lieder“ war das Anliegen der Gründungsmitglieder, wie es in der Chronik vermerkt ist.

Heute liegt der Schwerpunkt eher auf dem Gemeinschaftsgefühl und der Freude am Lied. Die Mitglieder des Chores kommen aus allen Bevölkerungsschichten und spiegeln damit die Gesellschaft wider.

Vorsitzender Robert Müller singt selbst im Chor mit, ebenso wie seine Stellvertreterin Anita Bartsch. Beide hatten zwar die Verantwortung, aber ohne die vielen freiwilligen Helfer, die an den beiden Tagen fast rund um die Uhr gearbeitet haben, wäre das Fest nur halb so gelungen gewesen.

Dies sah auch Bürgermeister Heiko Menig so, der in seinem Grußwort erwähnte, dass der Gesangverein „wichtige Impulse für das Musikerleben in Böttigheim gegeben“ hat. Doch auch außerhalb sei immer Verlass auf die Mitglieder des Chores. Sie helfen immer mit, wenn sie gebraucht werden.

Man hieß insgesamt neun Gastchöre willkommen, die an den beiden Tagen die Vielfalt der Chormusik näher brachten. Egal, ob reiner Männerchor, reiner Frauenchor oder gemischter Chor, immer wurden passende Lieder vorgetragen und man begeisterte das sehr angetane Publikum in der Frankenlandhalle sofort.

„Musik verbindet, weil sie ohne Worte auskommt“, hatte schon Bürgermeister Menig erkannt – und der Funke schlug tatsächlich von der Bühne in die Halle über. Modernes Liedgut wechselte sich mit klassischen Stücken ab, moderne Komponisten kamen genauso zu Gehör, wie Wolfgang Amadeus Mozart oder Ludwig Spohr.

Der Chor „ChoRiander“ aus dem unterfränkischen Leinach sang beispielsweise dem begeisterten Publikum zwei Lieder aus einem in Leinach aktuell aufgeführten Musical vor: „Aquarius“ aus dem Musical „Hair“ und der Song „Engel“ (O-Ton: ich will kein Engel sein….) ließ die Gedanken schweifen. Aufbruchstimmung verbreitete der heimische Chor mit einem Lied von Udo Jürgens („Ihr von Morgen“) und Nena („Wunder gescheh’n“).

Chormusik ist eben nichts antiquiertes und angestaubtes, sondern Freude pur. Egal, ob Lieder in deutscher oder englischer Sprache vorgetragen werden, die Vielstimmigkeit begeistert allgemein.

So auch bei morgendlichen Gottesdienst in der Frankenlandhalle mit Pfarrer Don Stefan. Nachdem die Kirche aktuell noch renoviert wird, verlegte man den Gottesdienst eben in die frühlingshaft geschmückte Veranstaltungshalle. Und auch hier durfte der heimische Chor nicht fehlen. Er zeigte, dass man auch geistliche Lieder gut vortragen kann. Genauso professionell sangen die Chöre aus Helmstadt, Holzkirchhausen, Neubrunn, Leinach, Oberaltertheim, Wenkheim, Werbach und Gissigheim auf der Bühne. Witzige Texte und ernste Themen wurden angesprochen, doch immer gut verpackt mit Musik.

Zum Abschluss sangen die Mitglieder des Gesangvereins Böttigheim noch: „Wer hat an der Uhr gedreht“ und tatsächlich, die Stunden waren wie im Flug vergangen. Beschwingt wurden die Zuhörer im Saal in die Wirklichkeit entlassen, denn alle Chöre hatten für Verzauberung gesorgt.