Wertheim

Beim Amtsgericht verhandelt Mann stand unter Bewährung und handelte dennoch mit Drogen

21-Jähriger muss in Haft

Wertheim.Wegen Handeltreibens mit Betäubungsmitteln in zehn Fällen verurteilte das Amtsgericht Wertheim einen Arbeiter aus der Main-Tauber-Stadt zur Strafe von zehn Monaten.

Der 21-Jährige hatte zwischen Oktober 2017 und Januar 2018 zehn Mal je drei Gramm Amphetamin gekauft (das Gramm zu sieben Euro) und bis zum Weiterverkauf im Keller gebunkert. Einen Teil zwackte er für den Eigenkonsum ab.

Die Polizei kam dem Mann durch die Auswertung der Handydaten des Erstverkäufers auf die Spur. Gegen diesen Täter läuft ein eigenes Verfahren.

Nun in der Gerichtsverhandlung beim Amtsgericht Wertheim machte der 21-jährige Angeklagte zu den Vorwürfen keine Angaben und verwies auf das, was er bei der Polizei gesagt hatte. Inzwischen nehme er kein Amphetamin mehr, benötige aber gelegentlich Marihuana als Einschlafhilfe.

Laut Polizei hatte der Beschuldigte bei der Vernehmung eingeräumt, im Auftrag eines Dritten zehn Mal Amphetamin besorgt zu haben.

Drogentherapie abgelehnt

Auf Nachfrage des Gerichts, ob er einer Drogentherapie zustimmen würde, lehnte der Beschuldigte dies ab. Er sah dafür keine Veranlassung. Auch der Bewährungshelfer vermisste bei dem 21-Jährigen den Willen, von den Drogen los zu kommen.

Der Angeklagte ist wegen Rauschgiftdelikten, Diebstählen und 2016 wegen fahrlässiger Tötung vorbestraft. Unter Drogeneinfluss hatte er einen Verkehrsunfall verursacht. Dabei verlor damals ein Mensch das Leben. Die zugehörige Strafe lautete 18 Monate Haft, wurde allerdings unter Auflagen zur Bewährung ausgesetzt.

Bei Berücksichtigung dieser Vorgeschichte beantragte jetzt die Staatsanwaltschaft eine Haftstrafe von zehn Monaten.

Der Verteidiger hob hervor, die beruflichen und familiären Verhältnisse seines Mandanten verliefen jetzt in geregelten Bahnen. Seit Januar gebe es keine neuen Straftaten. Die Kontakte zur Drogenszene seien gekappt. So sei eine erneute Bewährungsstrafe möglich.

Das Gericht sah jedoch keine Anhaltspunkte für eine Verhaltensänderung, beurteilte daher die Sozialprognose als wenig günstig und gab keine Bewährung. Ob nach Rechtskraft des Urteils die Vollstreckungsstelle der Staatsanwaltschaft auch den Widerruf der 18 monatigen Bewährungsstrafe aus 2016 veranlasst, wird sich zeigen. goe