Wertheim

Vorwurf der Untreue

28 300 Euro an Ehefrau übergeben

Archivartikel

Wertheim.In einem Strafverfahren wird dem ehemaligen Geschäftsführer einer inzwischen aufgelösten Firma für Autohandel mit Sitz in einem Wertheimer Ortsteil Untreue vorgeworfen. Er habe 2017 einen BMW 730 für 28 300 Euro verkauft, das Geld aber nicht auf das Geschäftskonto eingezahlt, und so der Firma geschadet. In einer Verhandlung beim Amtsgericht wies der 42-jährige Angeklagte den Vorwurf zurück. Er habe den Betrag seiner Frau gegeben, und damit einen Kredit der Frau an die Firma zurückgezahlt.

Die Firma kaufte höherpreisige Kfz und verkaufte sie mit Gewinn. Man habe eine Filiale einrichten wollen, doch Verhandlungen mit einer Bank über einen Geschäftskredit von 100 000 Euro seien im letzten Moment gescheitert. Zwischen den beiden ehemaligen Geschäftsführern des Unternehmens gibt es ein zivilrechtliches Verfahren, in dem der zweite Geschäftsführer Ansprüche stellt. Dabei war bisher nicht die Rede davon, dass es sich bei den 28 300 Euro um eine Kreditrückzahlung an die Ehefrau handelte. Das hielt die Strafrichterin dem Angeklagten jetzt vor.

Dieser erwiderte, er habe das Geld im Firmensafe deponiert und später seiner Frau überreicht. Die Frau sagte, ihr Kredit an die Firma sei mit dem zweiten Geschäftsführer abgesprochen gewesen. Die Rückzahlung habe sie in ihrem Schließfach bei einem Geldinstitut in Röttingen deponiert. Ein vom Angeklagten aufgebotener Zeuge sagte, während einer Autofahrt habe der Beschuldigte den anderen Geschäftsführer gefragt, wann seine Frau das Geld ihres Kredits zurückbekomme. Dieser habe geantwortet, sobald sie den Kredit von der Bank erhalten.

Der zweite Geschäftsführer sagte, er wisse nichts von einem Kredit an die Firma, 28 300 Euro hätten nie im Firmensafe gelegen. Die Vertreterin eines Steuerbüros berichtete, bei einer Umsatzsteuerprüfung habe der Ermittler beanstandet, dass nicht alle Geschäfte über die Kasse liefen.

Durch die Anhörung der zusätzlichen Zeugen, die der Angeklagte zu seiner Entlastung aufgeboten hatte, konnte die Verhandlung aus Zeitgründen nicht abgeschlossen werden. Sie wird noch mit den Schlussworten von Staatsanwaltschaft und Verteidiger fortgesetzt. goe