Wertheim

Gewerbliche Berufsschule 42 junge Frauen und Männer erhielten ihre Abschlusszeugnisse

Absolventen sind begehrte Fachkräfte

Archivartikel

Sie sind nun begehrte Fachkräfte, die Absolventen der Gewerblichen Berufsschule in Bestenheid. Am Donnerstagabend erhielten sie ihre Zeugnisse.

Bestenheid. Wenn mitten in der Abschlussfeier das Handy klingelt und ein Personalchef nach Fachkräften fragt, dann weiß man, dass die frisch gebackenen Absolventen der Gewerblichen Berufsschule Wertheim dringend gebraucht werden. Und auch wenn dieser Anruf nur eine gelungene Einlage in der humorvollen Rede von Abteilungsleiterin Christina Moraitis war, können die 42 jungen Frauen und Männer, die am Donnerstag das Abschlusszeugnis für den schulischen Teil ihrer Ausbildung erhielten, optimistisch in die Zukunft schauen.

Lob und Preise

Neben zwei – deutschlandweit einzigen – Thermometermachern freuten sich junge Glasapparatebauer, Flachglasmechaniker und Verfahrenstechniker Glastechnik über ihren Gesellenbrief, außerdem ein Maschinen- und Anlageführer. Christoph Diener von der Brand-GmbH hatte die Prüfung zum Industriemechaniker vorgezogen und brillierte mit einem Schnitt von 1,6. Für gute Leistungen gab es sechs Mal ein Lob, für herausragende neun Preise.

Es war verständlich, dass auf Grund der zum Teil weiten Entfernungen – bis zum im niedersächsischen Emsland gelegenen Dersum – viele Absolventen nicht persönlich an der Feier teilnehmen konnten. Nichtsdestotrotz hatten es sich Schüler bis hin nach Basel und Lörrach nicht nehmen lassen, nochmals vor Ort die nun ehemaligen Mitschüler zu treffen. „Man sieht sich immer zwei Mal im Leben“, war auch Richard Popp überzeugt, der ein paar Worte im Namen der Schüler sagte.

Doch zunächst standen die Grußworte auf dem Programm. Schulleiter Manfred Breuer wies auf die vielen Neuerungen durch die zunehmende Digitalisierung ebenso hin wie darauf, dass Kommunikation, auch im direkten Austausch, unerlässlich sei.

Das gelte auch für die Zusammenarbeit mit unterschiedlichen Kulturen und die Beherrschung der wirtschaftlichen Umgangssprache Englisch. Zwei Schüler hatten sich mit dem KMK-Fremdsprachenzertifikat noch zusätzliche Fähigkeiten angeeignet.

Dr. Heiko Schnell, Leiter des Amts für Schulen beim Landkreis, überbrachte Glückwünsche des Schulträgers. Er wies auf die bedeutende Rolle der dualen Ausbildung und der Berufsschulen hin. Zudem betonte er, dass es weiterhin das Bestreben des Landkreises sei, auch kleine Berufschulklassen zu erhalten.

„Sie haben zwar keine Ausbildung zum Maurer gemacht, aber trotzdem den Grundstein für Ihre berufliche Zukunft gelegt“, freute sich Wertheims stellvertretende Oberbürgermeisterin Brigitte Kohout. Sie erfahre immer wieder bei den Firmen vor Ort, wie dringend neue Fachkräfte besucht würden, betonte die Kommunalpolitikerin.

Die Hauptrede bestritt Christina Moraitis. Sie wies dabei auf die Qualitäten ihrer ehemaligen Schüler hin, ob nun Kreativität – bewiesen anhand allermöglichen Ausreden – oder Kommunikationsfähigkeiten: „Manche reden ohne Unterbrechung.“ Man merkte der Rede sowie den Beiträgen der Klassenlehrer die große Verbundenheit an, die während der vergangenen drei Jahre entstanden ist.

Bis zum endgültigen Gesellenbrief steht nun noch die Prüfung der Kammer an. Nach Überreichung der Zeugnisse in der Aula des beruflichen Schulzentrums Wertheim trafen sich alle noch zu einem geselligen Umtrunk. Umrahmt wurde die Feier von mehreren gelungen Auftritten der Schulband unter Leitung von Rainer Brand. nad