Wertheim

Alles hat seine guten Seiten

Uh, chh chh-chh, uh, chh chh-chh, uh - erinnern Sie sich noch? Fast 50 Jahre ist das jetzt schon her, als Mungo Jerry gesungen haben „In the Summertime when the Weather is hot.“ Warum mir gerade dieses Lied derzeit immer wieder durch den Kopf geht, bedarf wohl keiner näheren Erklärung. Glaubt man den Vorhersagen – und im Moment gibt es kaum einen Grund, das nicht zu tun – dann steht auch in der nächsten Woche volle Kanne „Summertime“ auf dem Programm. Die Frage, wann es denn mal wieder richtig Sommer wird, ist folgerichtig in der Hitliste ziemlich weit nach unten gerutscht.

Eigentlich war am vergangenen Samstag ja versprochen worden, dass Fußball erst einmal keine Rolle mehr spielen solle an dieser Stelle. Aber dann hat Rainer Kurtz, Chef von Kurtz Ersa, sich am Montag so freundlich bei der deutschen Nationalmannschaft für ihr frühzeitiges Ausscheiden bedankt. Sonst wäre die Eröffnungsfeier des neuen Zentrallagers in Wiebelbach wohl zeitlich ziemlich kollidiert mit einem Achtelfinalspiel von „Jogis Jungs“ gegen Brasilien. So hat alles eben auch seine guten Seiten.

Das Unternehmen gehörte, neben vielen anderen, vor einer Woche auch wieder zu den Stammgästen des Berufsinformationstages am Bildungszentrum Bestenheid, wie die nachbarschaftliche Gemeinschaft von Beruflichen Schulzentrum und Comenius Realschule neuerdings (?) wieder genannt wird. Dazu kamen einige Firmen, Institutionen und Behörden, die zum ersten Mal dabei waren und den künftigen Auszubildenden sozusagen „den roten Teppich ausrollten“. Der „Kampf“ um den Nachwuchs, er wird auch in der Main-Tauber-Stadt und in der Region geführt – aber zum Glück auf einer freundschaftlich-fairen Basis, wie es den Anschein hat. Kein Wunder, dass die Vertreterin einer Firma am Rande von „der schönsten Veranstaltung dieser Art weit und breit“ sprach. Weil wir uns gerade auf einem Schulgelände befanden – in einigen Wertheimer Bildungseinrichtungen standen ja gerade wichtige Personalentscheidungen an. Aber wie sang Wencke Myhre schon 1965? „Sprich nicht drüber“. Dabei pfeifen es im Falle der Gemeinschaftsschule ja schon die Spatzen von den Dächern, wer dort neuer Rektor werden soll. Oder war es eine andere Vogelart? Und bei der Comenius Realschule, die entgegen anderslautender Gerüchte auch weiterhin eher am Main und nicht am Rhein liegt, kann, wer die Augen richtig aufmacht erkennen, in welche Richtung das Pendel ausschlägt. Fragt man allerdings offiziell bei denen nach, die es wissen müssen, erhält man als Antwort einen Hit von Rod Stewart: „I don´t wanna talk about it“.

Wieder einmal ist im fernen Stuttgart eine Entscheidung gefallen, die man – mindestens – nur schwer verstehen kann. Diesmal betrifft sie „die andere“ Große Kreisstadt, Bad Mergentheim, die sich vergeblich um die Ausrichtung einer Landesgartenschau beworben hat und (oder vor allem?) aus politischen Gründen gescheitert ist. Der Main-Tauber-Kreis behält damit ein Alleinstellungsmerkmal: als einziger Landkreis in Baden-Württemberg, der noch nie eine Landesgartenschau, ob nun eine große oder eine kleine, ausrichten durfte. Vielleicht haben die nahe den „Metropolen“ des Landes ja Angst davor, dass es die „im Norden“ besser machen würden?