Wertheim

Vernissage „Ist das Kunst oder kann das weg?“

Alles ist aus Müll und Schrott

Wertheim.„Ist das Kunst oder kann das weg?“ Diesen Spruch füllen drei Mitglieder der Künstlergruppe „Tatort Wertheim“ bei ihrer aktuellen Ausstellung im Kunstcafé des Café Hahn auf besondere Weise mit Leben.

Nicole Kaffenberger zeigt insgesamt zwölf Skulpturen, eine geklebte Kollage und ein Hängebild aus Naturmaterialien und Müll. Beide Bestandteile der Werke entstammen dem Main. Ursprünglich sei sie nur auf der Suche nach Treibholz entlang des Flusses gewesen, habe dabei aber viel Müll entdeckt, erzählte sie im FN-Gespräch. Sie entschied diesen einzusammeln.

An sechs Wochenende kamen in sieben Kilometern entlang des Flusses über 50 Kilogramm Müll von Flaschen bis zum Motorradhelm zusammen. Eigentlich wollte sie diesen entsorgen. Durch die Schrottskulpturen ihres Künstlerkollegen Gunnar Kollar kam sie jedoch auf die Idee, aus ihm Installationen zu schaffen. Kollar selbst zeigt in der Ausstellung sechs Skulpturen aus verrosteten Metall. „Viele Gebrauchsgüter von früher haben hohen ästhetischen Wert“, stellte er fest. Zudem habe Rost viele farbliche Facetten.

„Rost sieht schön aus und hat eine samtige Oberfläche“ ergänzte Regina Pöhland. Ihre Rostbilder entstehen auf einer Leinwand aus Holz, auf die zuerst Stoff aufgebracht wird. Es folgen Eisenoxid, das in mehreren Schritten behandelt wird. So schafft die Chemie besondere Rostbilder.

Die musikalische Umrahmung der Vernissage übernahm Saxophonist Peter Lesch. Die Ausstellung wird bis 12. Juli zu den Öffnungszeiten des Cafés Hahn auf dem Marktplatz zu sehen sein. bdg