Wertheim

Zweckverband Mainhafen Wertheim Gut 50 Jahre alter Kran soll für 800 000 Euro generalsaniert werden

„Alter Kerl“ wird flott gemacht

Archivartikel

Generalsaniert werden soll der 50 Jahre alte Kran im Wertheimer Hafen. Darauf verständigten sich letztlich die Mitglieder des Zweckverbands bei ihrer gestrigen Sitzung im Wertheimer Rathaus.

Wertheim. Seit Jahren beschäftigen sich die Mitglieder der Verbandsversammlung Mainhafen Wertheim immer wieder mit dem Thema Kran. Investiert in defekte Teile wurde bereits. Jetzt aber hat der metallene Koloss mehr als 50 Jahre auf dem Buckel, weshalb ihn Landrat Reinhard Frank, Vorsitzender der Verbandsversammlung, schon fast liebevoll „alter Kerl“ nannte. Die jährliche Untersuchung hatte ergeben, dass zeitnah größere Reparaturen anstehen würden, die sich, bei näherer Betrachtung zum Jahresanfang, auf knapp 450 000 Euro belaufen würden.

Helmut Wießner, Geschäftsführer des Zweckverbands, forschte wegen dieser hohen Summe nach anderen Lösungen. Natürlich, so Wießner, habe er zunächst an einen neuen Kran gedacht, weil ein Alter von einem halben Jahrhundert schon ziemlich viel ist. Das Angebot für eine solche Investition belief sich auf 1,5 Millionen Euro bei einer Wartezeit von eineinhalb Jahren. Also prüfte Wießner die Variante der Generalsanierung. Diese würde neben den ohnehin anstehenden Reparaturen eine komplett neue Elektrosteuerung, neue Kabel, die Neulagerung aller Seilrollen, die Überholung der Bremsen, einen neuen Anstrich sowie die Reparatur oder Erneuerung der Stahlbauteile beinhalten. Kosten: 700 000 Euro plus 50 000 Euro für das auf Hafenkräne spezialisierte Ingenieurbüro.

Werner Kozyra plädierte für einen neuen Kran, weil in ein altes Modell eben auch nur alte Technik eingebaut werden könne, während in einem neuen die neueste Technologie verbaut sei. Kozyra: „Ich habe dann trotz Herzschrittmacher ein altes Gelump.“ Dem widersprach Udo Schlachter. Eine zuverlässige Technik bei guter Sanierung gewährleiste den Betrieb, meinte er. Werde auf Sicht gefahren, halte er die von Wießner vorgeschlagene Variante für zustimmbar.

Den Vorschlag von Werner Kozyra, die Anschaffung eines Mobilkrans zu prüfen, griff der Geschäftsführer auf. Ein solcher eigne sich nicht für einen langfristigen Betrieb und weise weitere Schwachstellen auf. Zudem arbeite der nicht elektrisch, sondern werde mit einem Dieselmotor betrieben. Zur Anregung neuer Kran wandte er ein, dass nicht geklärt sei, ob das statisch überhaupt möglich sei. Hierzu müsste zunächst der Untergrund untersucht werden. Letztlich könnte diese Sache dann richtig teuer werden. „Bei der Sanierung bleibt nur das Gerüst stehen – alles andere ist neu“, so Wießner.

Thomas Polzer, Projektmanager beim Hafenbewirtschafter ZG Raiffeisen, verwies auf die 1,3 bis 1,5 Millionen Euro, die ein mobiler Kran kosten würde. „Die Mengen, dass sich ein mobiler Kran amortisieren würde, sind in Wertheim nicht da“, sagte er. Peter Honeck, mit der Firma Honeck-Waldschütz vor Ort zuständig für den Hafen, meinte: „Uns geht es darum, dass wir wieder flott mit dem Kran arbeiten können.“

Letztlich einigte sich die Zweckverbandsversammlung auf einen von Landrat Frank vorgeschlagenen Kompromiss. Der Generalsanierung werde zugestimmt, wenn die Obergrenze von 800 000 Euro nicht überschritten werde und eine Gewährleistung beinhalte. „Wenn das Angebot da ist und passt, entscheiden wir im Umlaufverfahren“, so Frank. „Wenn nicht, wird eine neue Sitzung einberufen.“ Finanziert wird die Generalsanierung aus angesparten Mitteln (600 000 Euro) und einem Kredit (200 000 Euro).

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