Wertheim

Amtsgericht Sieben Monate Freiheitsstrafe

Ampel umgefahren

Wertheim.Mit 1,14 Promille Alkohol im Blut und ohne Fahrerlaubnis fuhr im November ein Arbeiter mit einem Auto einen Ampelmast des entgegenkommenden, nach Kreuzwertheim abbiegenden Verkehrs an der Kreuzung Odenwald-/Spessartbrückeder Kreuzung Odenwald-/Spessartbrücke um. Er steuerte den beschädigten Opel Corsa noch 40 Meter weiter und stellte ihn beim Parkplatz Waldhaus ab.

Ein Taxifahrer meldete der Polizei, dass der Mast auf der Straße liegt. Vier Minuten später war eine Streife vor Ort. Durch das zurückgebliebene Kennzeichen und die räumliche Nähe war es für die Polizei ein Leichtes, den Unfallwagen zu finden, der Motor war noch warm.

Kniffliger gestaltete sich, den Fahrer festzustellen. Die Nachforschung führte die Polizei zu einer nahe gelegenen Pension. Dort wurden nach Rücksprache mit der Staatsanwaltschaft Mosbach zwei als Fahrer in Frage kommenden Personen vorläufig festgenommen. Die beiden Arbeiter räumten nur ein, Beifahrer gewesen zu sein. Schließlich legte einer der beiden auf dem Polizeirevier ein Geständnis ab.

Rückfahrt gegen 2 Uhr

Der Corsa war ein Firmenwagen, und drei Arbeiter der Firma wohnten in der Pension. Der Beifahrer, auch ohne Fahrerlaubnis, lieh sich vom Kollegen den Autoschlüssel, weil er angeblich sein Handy aus dem Wagen holen wollte. Dieser Mann und der Angeklagte fuhren aber nach Bestenheid in eine Diskothek. Auf der Rückfahrt gegen zwei Uhr geschah der Aufprall auf den Ampelmast. In der Verhandlung tat dem Beschuldigten der Vorfall leid. Das Strafregister aus Tschechien enthält Einträge wegen Sachbeschädigung, Diebstahls und Körperverletzung, das deutsche Register zudem Einträge wegen Fahren ohne Fahrerlaubnis, Trunkenheit im Verkehr und Diebstahl. Der Mann hat in Deutschland eine Gefängnisstrafe verbüßt und stand unter Bewährung.

Fahrlässige Gefährdung

Das Amtsgericht verurteilte den 32-Jährigen wegen fahrlässiger Gefährdung des Straßenverkehrs in Tateinheit mit Fahren ohne Fahrerlaubnis sowie wegen vorsätzlicher Trunkenheit im Verkehr in Tateinheit mit unerlaubten sich Entfernens vom Unfallort zur Freiheitsstrafe von sieben Monaten. Die Sperrfrist für die Erteilung einer Fahrerlaubnis beträgt zwei Jahre. goe