Wertheim

Konzert Für jeden Geschmack etwas geboten / Schwerpunktmäßig barocke Programmfolge mit Musik des 19. Jahrhunderts abgerundet

Ansprüche der Zuhörer wieder einmal übertroffen

Bronnbach.„Sommerfrische“ sei die Überschrift des Trompete-Orgelkonzerts mit Bernhard Kratzer (Trompete) und Paul Theis (Orgel), so der Organist bei der Begrüßung. „Ruhe, Freude, Aufregung“ – alles sollte dabei sein, für jeden Geschmack etwas. Dieser hohe Anspruch wurde wieder einmal nicht nur erfüllt, sondern übertroffen.

Die schwerpunktmäßig barocke Programmfolge mit Werken von Georg Philipp Telemann, Johann Sebastian Bach und Guiseppe Torelli wurde abgerundet mit Musik des 19. Jahrhunderts von Franz Schubert, Giacomo Puccini und Vincenzo Bellini.

Bei den Variationen über das Paul-Gerhardt-Lied „Geh aus, mein Herz“ stutzten selbst erfahrene Konzertbesucher über den Komponistennamen „Theophil Zamrot“. Spätestens bei der zweiten Variation, einer Swing-Miniatur, konnte man sich einen Reim auf die schelmische Andeutung des Organisten machen, der vor Falschmeldungen nach amerikanischer Präsidentenart gewarnt hatte.

Die sieben Mozart-ähnlichen Improvisationen in verschiedenen Rhythmen bis hin zum Tokkata-Postludium erfrischten in der Tat auf prickelnde Weise durch immer neuen Einfallsreichtum und augenzwinkernde Präsentation von Klangfarben und Harmonien. Statt in Frack und Fliege hätte man sich den Organisten bei diesem Stück auch in Shorts und ohne Socken gut vorstellen können.

Ein herausragendes Orgelwerk sucht Paul Theis immer wieder aus seinem großen Repertoire heraus. Dass man Bachs berühmtes Präludium und Fuge D-Dur auf der doch gewöhnungsbedürftigen Schlimbach-Orgel der Klosterkirche derart präzis und in beeindruckender Virtuosität präsentieren kann, sagt alles über die professionelle Kompetenz des erfahrenen Organisten, der seit mehr als 20 Jahren nicht nur seinen Trompeterkollegen feinfühlig begleitet, sondern auch die 125 Jahre alte ehrwürdige „Königin der Instrumente“ bis in die Winkel der Trakturen, Koppeln und Registerzüge kennt und schätzt.

Kraftvolles Forte

Bernhard Kratzer konnte schon bei den ersten Stücken aus der „Heldenmusik“ von Georg Philipp Telemann seine Art des Trompetenspiels zur Geltung bringen: Elegant schreitend, gesanglich wiegend und in leisem Legato extreme Ruhe ausstrahlend, aber auch energisch zupackend in kraftvollem Forte erlebte man Trompetenmusik vom Allerfeinsten.

Bis hin zum berühmten Concerto Es-Dur von Vincenzo Bellini mit dem furiosen Schlussrondo faszinierte jedes einzelne Werk. Die Zuhörer taten sich offensichtlich schwer damit, sich den Applaus bis zum Schluss des Konzerts aufzusparen, wie eigentlich gewünscht.

Immer wieder neue Klangvariationen der schönen Flötenregister und geniale Verzierungen in den ohnehin schon rasanten Sechzehntelketten ließen genießen und bewundern vom ersten bis zum letzten Ton.

Berühmte Zugaben, „Badinerie“ und „Air“ aus Bachs Orchestersuiten, waren der Dank der Musiker, die ihrerseits durch die Anzahl und das Interesse des Bronnbacher Publikums immer wieder beeindruckt seien und bei ihrer nächsten Konzerttournee gerne wiederkämen – so das von langem Applaus gefolgte Abschiedswort.