Wertheim

Kriminalstatistik vorgelegt Aufklärungsquote im Dienstbereich der Polizeiinspektion Marktheidenfeld auf 74,8 Prozent gestiegen

Anzahl der Straftaten ist leicht zurückgegangen

Marktheidenfeld.Eine nochmals gestiegene Aufklärungsquote und ein leichter Rückgang der Straftaten haben das vergangene Jahr geprägt. Das geht aus dem Sicherheitsbericht 2017 des Leiters der Polizeiinspektion Marktheidenfeld und Erster Polizeihauptkommissar Wolfgang Gmelch hervor. Die Zahl der Einbrüche wurde erneut auf einem sehr niedrigen Niveau gehalten werden, was allerdings mit einem sehr hohen personellen Aufwand verbunden war. Insgesamt sei die Arbeitsbelastung deutlich gestiegen, heißt es in dem Bericht. „Die vorgelegten Zahlen belegen auch für das Jahr 2017 einen hohen Sicherheitsstandard für die hiesige Bevölkerung“, bilanziert Gmelch.

Überdurchschnittlicher Wert

Ein Gradmesser für den Sicherheitszustand eines Dienstbereichs ist die „Häufigkeitszahl“. Damit ist das Verhältnis von Einwohnerzahl zur Anzahl der begangenen Straftaten gemeint, hochgerechnet auf 100 000 Einwohner. Nachdem die Zahl der Straftaten um 33 Fälle auf nun 974 Fälle zurückgegangen ist (minus 3,3 Prozent), liegt die Häufigkeitszahl bei unter 3000. Der Durchschnitt im Präsidium Unterfranken liegt bei rund 4000. „Damit ist unser Dienstbereich einer der sichersten in ganz Unterfranken“, betont Gmelch.

Dazu trägt auch die hohe Aufklärungsquote von 74,8 Prozent bei, die im Vergleich zum vergangenen Jahr nochmals um 1,5 Prozent gesteigert wurde. Zum Vergleich: Wenn man die ausländerrechtlichen Verstöße unbeachtet lässt, dann liegt die durchschnittliche Aufklärungsquote aller unterfränkischen Polizeidienststellen insgesamt bei rund 68,5 Prozent (bayernweit 64,4 Prozent).

Arbeitsbelastung gestiegen

Deutlich gestiegen ist der personelle Aufwand für die Betreuung von Festivitäten und Veranstaltungen. Hier sollen die Veranstalter künftig mehr in die Pflicht genommen werden. „Eine Betreuung dieser Veranstaltungen alleine durch die Polizei wird aus personellen Gründen nicht mehr möglich sein“, kündigt der Erste Polizeihauptkommissar an.

Dabei wird die Polizei die Veranstalter bei der Ausarbeitung ausgewogener Sicherheitskonzepte unterstützen. Dies wird erstmals bei der bevorstehenden Fußballweltmeisterschaft im Sommer zum Tragen kommen.

Insgesamt wurden im vergangenen Jahr rund 7500 Sachverhalte (Strafanzeigen, Ordnungswidrigkeiten, Ermittlungen) bearbeitet. Dazu kamen noch rund 3500 Einsätze (etwa Überprüfungen, Hilfeleistungen, Unterstützung von Nachbardienststellen, Beteiligung an Großkontrollen), die nicht zu weiterführenden Ermittlungen geführt haben und sich somit nicht in der Kriminalstatistik niederschlagen.

Die Anzahl der Diebstahlsdelikte fiel leicht von 241 auf 228 Fälle. Der Anteil der geklärten Fälle lag allerdings mit 34,6 Prozent ebenfalls leicht unter dem Vorjahresniveau (38,6 Prozent). Die Zahl der Wohnungseinbrüche fiel dagegen um fast die Hälfte auf insgesamt sieben Fälle. Bemerkenswert ist dabei, dass drei Einbrüche bereits im Versuchsstadium steckengeblieben sind.

Vor allem Verbesserungen bei der Qualität von Türen und Fenstern machen es potenziellen Tätern immer schwieriger, in Wohnungen zu gelangen. Auch die frühzeitige Information der Polizei bei verdächtigen Wahrnehmungen und der damit einhergehenden schnellen Fahndung trägt zur Vermeidung von Einbrüchen bei.

Erfolge in Kreuzwertheimer Fällen

Herausragende Fahndungserfolge waren zum einen die Klärung von drei Einbrüchen in ein und dieselbe Firma in Kreuzwertheim, sowie von zwei Wohnwagendiebstählen. Die qualifizierte Spurensuche am Tatort gewinnt dabei immer mehr an Bedeutung. In allen Fällen konnten die Täter durch DNA-Spuren ermittelt werden. Darüber hinaus wurde im Rahmen einer Fahndung im November ein bundesweit agierendes Gaunerpärchen in Kreuzwertheim festgenommen. Dadurch konnten zahlreiche Straftaten, die sich über das ganze Bundesgebiet verteilten, aufgeklärt werden.

Signifikant zugenommen haben die Fahrraddiebstähle. 25 Drahtesel wurden im Dienstbereich entwendet, sieben mehr als im Vorjahr. Dafür wurden allerdings 40 Prozent der Diebstähle und damit fast doppelt so viel wie im Vorjahr aufgeklärt. „Die Einrichtung eines eigenen Sachbearbeiters für die Fahrraddiebstähle hat sich bezahlt gemacht“, erläutert Wolfgang Gmelch.

Im Betrugsbereich, bei dem bereits 2016 schon ein deutlicher Rückgang zu verzeichnen war, haben sich die Fallzahlen dagegen nochmals signifikant verringert. Mit noch 85 Fällen (im Vorjahr 105) nahm diese Delikte um 19 Prozent ab.

Alkohol und Gewalt

Die Körperverletzungsdelikte liegen mit 152 Fällen gegenüber 149 Fällen ungefähr auf Vorjahresniveau. Wie auch in den vergangenen Jahren war wieder ein erheblicher Teil der Straftäter alkoholisiert. Rund 40 Prozent der jugendlichen Tatverdächtigen hatten zuvor erheblich Alkohol konsumiert. Diese hohen Anteile, gerade bei Gewaltdelikten, sind seit Jahren konstant.

Die Bekämpfung der Rauschgiftdelikte ist eines der wichtigsten Felder polizeilicher Arbeit. Mit 140 geklärten Straftaten wurde ein sehr hohes Niveau gehalten. Rauschgiftdelikte machen nach wie vor rund 14 Prozent an den Gesamtstraftaten aus. Dass die Bekämpfung der Drogenkriminalität kein „Kampf gegen Windmühlen“ ist, zeige etwa der Rückgang der „Drogenfahrten“, dem Fahren von Autos unter Drogeneinfluss. Diese haben im Vergleich zum Vorjahr um die Hälfte, auf noch zwölf im Dienstbereich abgenommen.

Die Zahl der Sachbeschädigungen liegen mit 102 Fällen leicht unter Vorjahresniveau (112 Fälle). Dass die Aufklärungsquote in diesem Deliktsfeld von 23,2 Prozent auf 41,2 Prozent fast verdoppelt wurde, stellt ein erfreulicher Erfolg für die Polizei dar. pm