Wertheim

Kreisjägervereinigung Wertheim In Hauptversammlung Mitglieder für ihre langjährige Treue ausgezeichnet

Applaus für das Projekt „Fellwechsel“

Archivartikel

Wertheim.Zur Jahreshauptversammlung der Kreisjägervereinigung (KJV) Wertheim begrüßte Kreisjägermeister Hubertus Lotz viele Mitglieder und Ehrengäste im Gemeindezentrum in Hundheim.

Nach dem Signal „Begrüßung“ von den Jagdhornbläsern gingen die Bürgermeister Thomas Schreglmann (Külsheim) und Wolfgang Stein (Wertheim) auf die Zusammenarbeit zwischen Kommunen und Jägern ein. Dabei lobten sie die Regulierung der Wildschäden, die in beiden Gemeinden durch entsprechende Ausgleichskassen zufriedenstellend ablaufe. Der Kreisjägermeister der Jägervereinigung Tauberbischofsheim, Hubert Hartnagel, hielt ein Plädoyer für den Erhalt des jagdlichen Brauchtums und die Besinnung auf jagdliche Ethik.

Gernot Böck von der Unteren Jagdbehörde in Tauberbischofsheim erläuterte die Änderungen des Jagd- und Wildtiermanagementgesetzes als Reaktion auf den drohenden Ausbruch der Afrikanischen Schweinepest. Wichtige Punkte dabei sind die Erhöhung der Teilnehmerzahl bei Drückjagden an Sonn- und Feiertagen auf über 15 Personen und die Erlaubnis der Jagd mithilfe von künstlichen Lichtquellen, wobei diese nicht mit der Waffe verbunden sein dürfen. Außerdem ist eine Nachtsichtoptik als Vorsatzgerät, aber nicht als Kombigerät (Nachtzielgerät) erlaubt. Jedoch ist hierfür eine Beauftragung durch die Untere Jagdbehörde erforderlich.

Für ihre Treue zur KJV Wertheim wurden geehrt: Heiner Ballweg (40 Jahre), Gero Grimm, Hans-Jochen Heidelmann und Otto Lerner (je 50 Jahre) sowie Artur Sauer und Horst Mayer (je 60 Jahre). Besonders würdigten die Verantwortlichen Georg Jon für seine 80-jährige Mitgliedschaft. Anton Strobelberger wurde für 20 Jahre als aktiver Jagdhornbläser ausgezeichnet.

Lotz berichtete über die Vereinsaktivitäten. Er erinnerte an das Vergleichsschießen in Lauda, das der Hegering Külsheim gefolgt von den Hegeringen Lindelbach und Nassig gewann. Die Mitglieder beteiligten sich am Regionaltag in Külsheim, an den kommunalen Ferienprogrammen mit Aktionen in Külsheim und Nassig sowie am Wertheimer Bauernmarkt. Die Jagdhornbläser gestalteten die Hubertusmesse im Kloster Bronnbach. Zudem besuchte man die Jagdmesse in Dortmund. Das Projekt „Rollende Waldschule“ habe sich sehr gut entwickelt, so die Verantwortlichen. In der „Jagdschule Taubertal“ ist die KJV Wertheim mit den beiden anderen Jägervereinigungen im Main-Tauber-Kreis an der Jägerausbildung beteiligt.

Zentrale Thema der KJV war wieder die Bejagung des Schwarzwilds. Es gab dazu auch mehrere revierübergreifende Jagden, um die Schwarzwildpopulation – gerade auch im Hinblick auf die Afrikanische Schweinepest – zu reduzieren.

Nach den Berichten von Schatzmeister und Kassenprüfer sowie der einstimmigen Entlastung des Vorstands wurden Vorstand und Kassenprüfer neu gewählt. Folgende langjährige Mitglieder des Vorstands gaben ihre Ämter ab: Felix Lessner (Biotopobmann), Manfred Klein (Hegeringleiter Nassig) und Stefan Eyrich (stellvertretender Hegeringleiter Nassig). In ihren Ämtern bestätigt wurden: Hubertus Lotz (Kreisjägermeister), Karlheinz Wiesmann (stellvertretender Kreisjägermeister und Landwirtschaft), Casper Wichert (Schatzmeister), Gabriele Penka-Schüder (Schriftführerin), Eberhard Geiger (Bläser), Sebastian Duschner (forstliche Belange), Christian König (Hunde), Christian Prokopp (junge Jäger) Ingeborg Korous-Diehm (Internet und Öffentlichkeitsarbeit), Volker Duschner (Jugend), Andreas Hanisch und Norbert Köhler (Schießwesen), Rolf Kress und Wolfgang Haarmann (Kassenprüfer).

Afrikanische Schweinepest

Martin Bürner, Geschäftsführer des Landesjagdverbands Baden-Württemberg, berichtete über dessen Arbeit. Ein Thema war die Afrikanische Schweinepest. Die vom Bauernverband geforderte Abschussquote beim Schwarzwild von 70 Prozent sei unrealistisch. Da man sich in der Präventionsphase befinde, widerspreche diese Forderung, die einhergehe mit der Tötung von stärkeren, älteren Schweinen nach dem Motto „Groß vor Klein“, der Waidgerechtigkeit und sei nicht zielführend.

Beim Blick auf die Nachtzieltechnik sprach Bürner von einer Spaltung in der Jägerschaft. Der Bund müsse eine rechtssichere Regelung erlassen.

Beim Thema „Wolf“ sei Sachlichkeit angebracht. Auf keinen Fall seien Schutzhunde und Zäune praktikabel. Der Landesjagdverband setze sich dafür ein, den Wolf in das Jagd- und Wildtier-Management-Gesetz aufzunehmen, „damit man ihn wirklich managen kann“.

Für seine Ausführungen zum Projekt „Fellwechsel“ erhielt Christian König zustimmenden Beifall von der Versammlung. Dieses Projekt sei eine sehr sinnvolle Sache, denn Füchse und andere Pelzträger können seit dem Winter zentral abgebalgt werden. Was in anderen Jägervereinigungen schon funktioniere, müsse in Wertheim aber erst noch anlaufen. Dazu suche man Standorte für Kühltruhen, in denen die erlegten Tiere gesammelt werden und zur Abholung durch den Kürschner bereitstehen. Künftig soll es eine Prämie für den Balg geben.

Die Aujeszkysche Krankheit (AK) ist für den Hund tödlich, so König weiter. Er appellierte an alle Hundeführer, auf keinen Fall rohes Schweinefleisch an Hunde zu verfüttern. Außerdem sollten Verdachtsfälle untersucht werden, um die Häufigkeit solcher Infektionen festzustellen und so möglicherweise die Entwicklung eines wirksamen Impfstoffs anzuregen. Probenträger zur Untersuchung auf die AK bei Wildschweinen gibt es bei der Trichinenuntersuchungsstelle.

Unter den zur Schau gestellten Gehörnen gab es zahlreiche gute Exemplare. Den besten Rehbock hatte Stefan Eyrich erlegt. Als Überraschung gab es zum Abschluss für jedes Mitglied ein eigens für die KJV erstelltes Liederheft. kjv