Wertheim

Auf die Art und Weise kommt es an

Archivartikel

Wissen Sie, was für ein Tag heute ist? Klar wissen wir das, werden Sie sich möglicherweise jetzt denken. Samstag, das zeigt zum einen der Kalender, zum anderen beispielsweise auch die Tatsache, dass Sie jetzt gerade diese Glosse lesen. Aber es ist noch ein bisschen mehr, nämlich der letzte Sommertag dieses Jahres. Kalendarisch.

In der Nacht zum morgigen Sonntag, genau um 3.54 Uhr, beginnt der Herbst. Und siehe da, das Wetter hält sich dran. Temperaturtechnisch bremst es gerade kräftig herunter.

Ging es in der bald vergangenen Woche noch an die 30 Grad, so erwarten die Experten in der nächsten tageweise gerade einmal etwas mehr als die Hälfte. Da werden sich manche von uns ganz schön umstellen müssen.

Umstellen mussten und müssen sich auch die 181 Mädchen und Jungen, für die auf der Gemarkung der Großen Kreisstadt Wertheim gerade das „Abenteuer Schule“ (um den Begriff „der Ernst des Lebens“ an dieser Stelle zu vermeiden) begonnen hat. „Endlich Lesen und Schreiben lernen“ war ein Artikel zur Einschulung jüngst in dieser Zeitung überschrieben. Schreiben lernen – aber wie? Die verschiedenen Methoden, das Ziel zu erreichen, sind ausgehend von einer Studie der Universität Bonn just wieder Inhalt einer Diskussion.

Besonders umstritten ist das landläufig so genannte „Schreiben nach Gehör“. Das bringt, folgt man besagter Studie – aber nicht nur dieser – die schlechtesten Ergebnisse. Auch Eltern verzweifeln oft daran, sollen sie doch ihre Kinder nicht korrigieren, auch wenn diese offensichtliche Fehler machen.

Damit soll der Spaß am Schreiben lernen gefördert werden. Wo der allerdings bleibt, wenn dann später die Bemühungen benotet werden, sei einmal dahingestellt.

Nun, Schüler und Eltern in Baden-Württemberg müssen sich mit der Methode „Schreiben nach Gehör“ nicht (mehr) herumschlagen. Sollte man meinen. Denn diese ist laut Kultusministerium im Ländle verboten. Groß ist dann allerdings die Überraschung, wenn man erfährt, dass sie in Grundschulen auch in Wertheim offensichtlich nach wie vor angewandt wird.

Nehmen wir einmal eine kurze sinngemäße Anleihe beim früheren amerikanischen Präsidenten Obama: „Yes he can“ (ja er kann), so lautet die klare Antwort auf die Frage, ob der Vorsitzende des Wertheimer CDU-Stadtverbands eigentlich in Bayern wohnen darf.

Die wurde, wie man hört, in der jüngsten – nichtöffentlichen – Hauptversammlung der Christdemokraten aufgeworfen, bevor der Vorsitzende, der in Wiebelbach zu Hause ist, wiedergewählt wurde.

Das Einzige, was Michael Bannwarth nicht darf, ist, seine Stimme abgeben, wenn die Kandidaten für die Oberbürgermeister-, respektive Kommunalwahl nominiert werden. Beides soll dem Vernehmen nach bei der CDU noch in diesem Jahr geschehen.

Keinen großen Gefallen dürften sich die beiden Mitglieder getan haben, die sich den Vorsitzenden offensichtlich zur Zielscheibe erwählt und zum Teil heftige Vorwürfe an ihn adressiert hatten. Abgesehen davon, dass diese, wie Versammlungsteilnehmer berichten, in keiner Weise mit Substanz erfüllt waren, hätte dem „Rebellenduo“ bewusst sein müssen, dass Parteien im Allgemeinen und die CDU im Besonderen in Vorwahlzeiten die Reihen eng schließen.

Eine, in eine ganz andere Richtung zielende, Frage an die Christdemokraten in der Großen Kreisstadt Wertheim sei aber schon noch gestattet: Wird auf der Liste der Bewerberinnen und Bewerber für die Gemeinderatswahl das Verhältnis von Frauen und Männern wenigstens ansatzweise ausgeglichener sein, als es das jetzt im neuen Vorstand ist? Da findet sich gerade einmal eine Frau, im engeren Führungszirkel des Stadtverbands sogar gar keine.