Wertheim

Pro Wertheim Verzögerung bei Herz-Dinkel-Gedenkstätte

Bauantrag noch nicht erteilt?

Wertheim.Zu Beginn der diesjährigen Jahreshauptversammlung des Bürgervereins „Pro Wertheim“ kam ein Thema auf den Tisch, dass alles andere als neu ist: Werner Peschke, einer der Vorsitzenden, referierte über den Sachstand der geplanten Herz-Dinkel-Gedenkstätte: Da die Genehmigung des Bauantrags offenbar immer noch fehlt, hat sich bei dem von „Pro Wertheim“ maßgeblich initiierten Projekt bislang nichts getan.

Das im vergangenen Frühling durch den Wertheimer Künstler Johannes Schwab vorgestellte und vom Gemeinderat begrüßte und beschlossene Denkmal-Projekt, für das im städtischen Haushalt 20 000 Euro bereitgestellt wurden, lässt weiter auf sich warten. Dr. Günther Heger regte an, sich beim zuständigen Referat der Stadt zu informieren, wann genau der Bauantrag beim Regierungspräsidium eingereicht wurde und was die maßgeblichen Gründe einer solchen überaus langen Verzögerung sind.

Im weiteren Verlauf kündigte Werner Peschke an, dass der Bürgerverein ein neues Faltblatt zum Gedenken an die jüdische Geschichte Wertheims in deutscher Sprache auflegen wolle. Dieses Faltblatt soll das in englischer Sprache verfasste Faltblatt ergänzen, das vor allem von amerikanischen Touristen stark nachgefragt wird.

Engagiert wurde über den Begriff der „Reichskristallnacht“ diskutiert, der in dem englischen Faltblatt auftaucht. Dieser ist als internationales Fachwort für Historiker üblich, in der deutschen Sprache aber seit vielen Jahren umstritten, ohne dass die Diskussion zu einem Abschluss gekommen sei.

Die inzwischen übliche Bezeichnung ist „Reichspogromnacht“ oder auch „Novemberpogrome 1938“. Besonders F. Heibach war es ein Anliegen, dass der Begriff der „Reichskristallnacht“ nicht mehr im neuen Faltblatt auftauchen sollte.

Neue Projekte geplant

Diskutiert wurde auch das bevorstehende zehnjährige Bestehen von „Pro Wertheim“ in diesem Jahr. Die großen Themen der Vergangenheit waren das jüdische Gedenken, Erinnerungskultur in Wertheim sowie das Ritterland-Projekt in Bettingen und der geplante Schrägaufzug zur Burg – die beiden letzteren Projekte konnten durch das Engagement von „Pro Wertheim“ verhindert werden. Im Herbst will der Bürgerverein über neue Projekte informieren, die bereits in der Planung sind. wp