Wertheim

Konstituierende Sitzung Als Nachfolger von Sonderriets Ortsvorsteher Kurt Kraft wird dem Wertheimer Gemeinderat Udo Kempf vorgeschlagen

Beharrlich für die Bürger arbeiten

Archivartikel

Die konstituierende Sitzung des Ortschaftsrats Sonderriet nach der Kommunalwahl Ende Mai in der Mehrzweckhalle war mit drei Dutzend Bürgern sehr gut besucht.

Sonderriet. Ortsvorsteher Kurt Kraft nutzte die Verabschiedung der bisherigen Ortschaftsräte Ulrike Kempf und Andreas Väth zu einem Rückblick auf die vergangenen fünf Jahre. Er stellte die sehr engagierte und motivierte Zusammenarbeit heraus. So sei die Mehrzweckhalle saniert, viel am Friedhof gemacht und nachbarschaftliche Netzwerke aufgebaut worden.

Kraft wies auf das Projekt „Erinnerungen“, die Arbeiten an der Wasserstelle am Sportplatz und an den Dornwiesen sowie die Unterbringung von Flüchtlingen hin. Er erläuterte, dass der Biber Einzug auf die Gemarkung gehalten habe. Zudem habe die Ortschaft multimedial aufgerüstet und beim Programm „Flächen gewinnen durch Innenentwicklung“ fortgeführt. Auch sei die Jagd neue verpachtet, viele Baugesuche bearbeitet und manches abgeschlossen worden. Die Maßnahmen am Feuerwehrhaus, die Kindergartenerweiterung, das Neubaugebiet sowie die Rathaussanierung würden in den Blick genommen.

Der Ortsvorsteher meinte, dass die Wahlversprechen von vor fünf Jahren abgearbeitet seien. Sonderriet beschränke sich bei seinen Forderungen auf Wichtiges, agiere beharrlich und mit Weitsicht, ergreife Chancen, wenn diese sich böten.

Kraft sagte über die beiden ausscheidenden Ortschaftsräte, diese hätten mit angepackt und ihre Ansichten selbstbewusst vertreten. Er charakterisierte Ulrike Kempf als ausgleichende Persönlichkeit, Andreas Väth bescheinigte er eine differenzierte Betrachtungsweise komplexer Vorgänge. Der Ortsvorsteher überreichte beiden Präsente der Ortschaft und der Stadt Wertheim. Kempf und Väth dankten für die erhaltene Unterstützung in den fünf ereignisreichen Jahren.

Der Ortsvorsteher ging auf das Ergebnis der Kommunalwahl ein und nannte 79 Prozent Wahlbeteiligung in Sonderriet ein stolzes Ergebnis. Die gewählten Ortschaftsräte Heiko Weimer, Udo Kempf, Thomas Brell und Harald Sudholt sprachen die Verpflichtungsformel gemeinsam und wurden per anschließendem Handschlag durch den amtierenden Ortsvorsteher in ihr Amt eingeführt.

Auf jeweiligen Vorschlag aus dem Ortschaftsrat wählte dieser offen und bestimmte Udo Kempf zum Ortsvorsteher und Harald Sudholt zu dessen Stellvertreter als Empfehlungsvorschlag an den Gemeinderat. Gewählt wird in der Sitzung des Gemeinderates am 8. Juli.

Kempf dankte für das Vertrauen. Er sehe sich als Sprecher des Ortschaftsrats. Das Aufgabengebiet sei groß. Das Gremium werde sich alles ansehen und nicht am grünen Tisch entscheiden, sondern eine Klärung vor Ort mit einer Politik für die Bürger anstreben.

Der noch amtierende Ortsvorsteher kommentierte die Maßnahmen am Feuerwehrhaus mit „verschoben ist nicht aufgehoben“. Der Hinweis des Ortschaftsrats auf ein Gesamtkonzept sei bei der Bauverwaltung auf offene Ohren gestoßen. Es sei beabsichtigt, mit dem neuen Ortschaftsrat eine Besichtigung und Bestandsaufnahme zu unternehmen. Dieses Jahr gebe es keine Maßnahmen. Bereits eingestellte Mittel würden übertragen, an der Prioritätenliste ändere sich nichts.

Zur Kindergartenerweiterung informierte Kraft, dass laut Aussage der planenden Architektin Aus-schreibungen noch im Juli erfolgen sollten. Mit der Kindergartenleitung sei gesprochen und diese in Planungen und Details mit eingebunden worden. Die notwendigen Räumlichkeiten im Dachgeschoß zur Un-terbringung von Spielgeräten und anderen Sachen würden mit geplant.

Zur schon 2018 anvisierten Erweiterung des Baugebiets „Hofäcker“ sagte der Ortsvorsteher, er habe auf Anfrage beim Liegenschaftsamt erfahren, dass die Verwaltung von zwei bis drei Plätzen spreche. Er unterstrich, dass eine vollständige Erschließung gewünscht sei. Das zu kommunizieren und sei Aufgabe des neuen Ortschaftsrats. Momentan seien aus Urlaubsgründen keine detaillierten Auskünfte zu erhalten.

Kraft ging auch auf die Wahlen zum Gemeinderat der Stadt Wertheim ein. Leider habe es für Sonder-riet kein Mandat gegeben. Kraft äußerte, die Verkleinerung des Gemeinderats sei einer der Faktoren, die es für kleinere Ortschaften schwer machten, einen Kandidaten in das Gremium zu bekommen. Die Situation sei eine Herausforderung für den Ortsvorsteher, der als Einziger aus Sonderriet Rederecht im Gemeinderat habe. Kempf kündigte an, die offizielle Verabschiedung von Kurt Kraft nach 20 Jahren als Ortschaftsrat und sieben Jahren als Ortsvorsteher geschehe in einer späteren Sitzung des Ortschaftsrats. Patenstadtrat Hans Vogeltanz würdigte die Mitarbeit der bisherigen Ortschaftsräte und meinte, es werde in Sonderriet auch in der „kraft“-losen Zeit weiter gehen. Er freue sich über das gute kommunale Zusammenleben, welches auch weiterhin so sein möge.

Der noch amtierende Ortsvorsteher dankte allen Helferinnen und Helfern, die – auf welche Art auch immer – verantwortlich seien, dass Sonderriet so schön aussehe. Abschließend meinte er mit Blick auf alle Sonderrieter: „Ihr habt es mir leicht gemacht“ und bat „macht so weiter“.