Wertheim

Matinee im Hofgartenschlösschen Jörg Paczkowski referiert über „Künstler des expressiven Realismus in Wertheim“

Berichte über ergreifende Lebenswege

Archivartikel

Hofgarten.In den 1920er Jahren treffen sich zahlreiche Künstler in Wertheim. Einer dieser Maler ist Friedrich Ahlers-Hestermann mit seiner Frau. Nach 1933 – mit Beginn der nationalsozialistischen Diktatur – erhält er Malverbot.

Der Vortrag

Jörg Paczkowski wird am Sonntag, 3. Februar, um 11.15 Uhr im Saal des Hofgartenschlösschens den Vortrag halten „Künstler des expressiven Realismus in Wertheim“, so die Veranstalter.

Diese Matineeveranstaltung ist ein weiterer Programmpunkt zu den Begleitveranstaltungen der Ausstellung „Verfemt und vergessen – Maler des expressiven Realismus“, die gegenwärtig im Museum „Schlösschen im Hofgarten“ gezeigt wird.

Ahlers-Hestermann (1883 bis 1973) war ein begnadeter Künstler. Er hatte bei Henri Matisse in Paris gelernt und lebte mit seiner russischen Frau Alexandra Porovina (1885 bis 1963) unter anderem in Berlin, München und Hamburg, wo er ab 1918 eine Lehrtätigkeit ausübte.

Von seinem Wertheimaufenthalt 1922/23 sind zwei Ölgemälde und ein Skizzenbuch erhalten. Er ist in Wertheim und Würzburg zusammen mit Otto Modersohn. 1928 wird er Professor für „Bildmalerei, Akt- und Naturzeichnen“ an den Kölner Werkschulen.

Malverbot ausgesprochen

1933 erhält er wie seine Frau Malverbot und verliert seine Professur. Er wird nun Kunstschriftsteller und schreibt mit „Stilwende“ eines der ersten Bücher über den Jugendstil. Ab 1939 lebt er in Berlin mit Frau und Tochter Tatiana.

Nach Ende des zweiten Weltkriegs wird er nach Hamburg berufen, um die Landeskunstschule am Lerchenfeld wiederaufzubauen. 1951 kehrt er nach Berlin zurück, wo seine Frau als Dozentin an der Kunsthochschule Berlin-Weißensee tätig ist und ist von 1956 bis 1973 Direktor der Abteilung Bildende Kunst an der Akademie der Künste in Berlin.

Seine Frau Alexandra Povorina hat in München bei dem ungarischen Maler Simon Hollósy und in Paris gelernt.

Ab 1933 gelten ihre Werke als entartet. Der Referent wird das bewegte Leben und die kunstschriftstellerischen Werke der Künstler besonders hervorheben.