Wertheim

Am Gericht verhandelt Gerät verkauft, aber nicht verschickt

Betrug via Internet

Archivartikel

Wertheim.Ein Mann aus Wertheim verkaufte in 2018 übers Internet ein Autodiagnose-Gerät. Der Käufer aus Speyer zahlte den vereinbarten Preis in Vorkasse, mehrere hundert Euro, doch der Wertheimer lieferte nicht.

Nach der Anzeige des Geschädigten erhielt der Verkäufer wegen Betrugs einen Strafbefehl zur schriftliche Verfahrensabwicklung über 60 Mal 15 Euro. Dieser legte aber Einspruch ein. Das Amtsgericht Wertheim terminierte eine Hauptverhandlung, doch der Angeklagte fehlte ohne Entschuldigung. Auf Antrag der Staatsanwaltschaft verwarf die Richterin den Einspruch.

Der Beschuldigte war am 17. Oktober mit Zustellungsurkunde der Deutschen Post AG ordnungsgemäß zur Verhandlung geladen. Da der Mann vom Postmitarbeiter nicht angetroffen wurde, warf dieser eine Benachrichtigung über die Niederlegung der Urkunde in der Postfiliale Wertheim in den Briefkasten des Mannes. Dieser Briefkasten in der Wertheimer Altstadt wird auch von einer anderen Person genutzt.

Der Geschädigte war in der Verhandlung als Zeuge anwesend. Er erklärte, dass er mehrmals beim Beschuldigten angerufen habe. Der Verkäufer hätte zunächst immer aufgelegt. Bei weiteren Anrufen habe der Angeklagte schließlich geantwortet, dass irgendetwas „schief gelaufen“ sei und später das Geld in Raten zurückgezahlt. Der Zeuge beschwerte sich, dass er um fünf Uhr aufstehen musste, um rechtzeitig in Wertheim zur Verhandlung zu erscheinen. Im Gegensatz dazu sitze der Beschuldigte vielleicht zu Hause und frühstücke. Das Gericht erwiderte, dass es vorkommen könne, dass die Benachrichtigung den Empfänger nicht erreicht. Es gebe dann die Möglichkeit des Antrags auf Wiedereinsetzung in den vorigen Stand. Bei nachvollziehbaren Gründen werde dann erneut ein Verhandlungstermin festgesetzt. goe