Wertheim

Am Amtsgericht verhandelt Widerstand gegen Polizei

Bewährung mit Auflagen

Archivartikel

Wertheim.Der Hang eines Ehemanns zu Alkohol und Streitsucht sorgten für stundenlange Auseinandersetzungen in der gemeinsamen Wohnung auf dem Wartberg mit nächtlicher Ruhestörung. Die Ehefrau wollte ihren betrunkenen und „total aggressiven“ Mann nur noch aus der Wohnung haben.

Hausmitbewohner hatten im Januar 2018 nach Mitternacht die Polizei verständigt. Bereits im Treppenhaus hörten die Beamten den Lärm. Der herbeigerufene Vater des Beschuldigten lehnte es ab, den Sohn mit zu sich nach Hause zu nehmen. Der Beschuldigte sollte in in Gewahrsam genommen werden. Das Verbringen des Angeklagten in den Streifenwagen gestaltete sich wegen des Widerstands schwierig. Unter anderem versuchte der Angeklagte später mit seinem Kopf gegen den Kopf des neben ihm auf der Rückbank sitzenden Polizisten zu stoßen. Zudem beschimpfte er die Polizisten.

Inzwischen wohnt der Mann mit einer Freundin im Raum Würzburg. In der Verhandlung räumte er die Vorwürfe ein. Er habe bei einem Psychologen eine Alkoholentziehungstherapie sowie ein Antiaggressionstraining begonnen und nehme Medikamente zur Beruhigung ein. Bei den Polizisten entschuldigte er sich.

Der Angeklagte ist wegen Drogendelikten und Körperverletzung einschlägig vorbestraft.

Wegen Widerstands und Beleidigung in vier Fällen verurteilte das Amtsgericht den 30-Jährigen zu einer Strafe von sechs Monaten, setzte sie aufgrund des Geständnisses, der Entschuldigung und der Therapie aber gegen Ableistung von 50 Stunden gemeinnütziger Arbeit zur Bewährung aus. goe