Wertheim

Am Amtsgericht verhandelt

Bewährungsstrafe für Trunkenheitsfahrt

Archivartikel

Wertheim.Auf der Flucht vor der Polizei, da alkoholisiert und ohne Führerschein, missachtete ein Autofahrer in Bestenheid an der Einmündung die Vorfahrt eines VW-Busses. Dessen Fahrer musste eine Vollbremsung machen, um einen Unfall zu vermeiden.

Wegen fahrlässiger Gefährdung des Straßenverkehrs in Tateinheit mit Fahren ohne Fahrerlaubnis verurteilte jetzt das Amtsgericht Wertheim den 62-jährigen Arbeitslosen zur Strafe von fünf Monaten. Gegen Zahlung von 400 Euro Buße an den Bezirksverein für soziale Rechtspflege, Mosbach, wurde sie zur Bewährung ausgesetzt. Der vorbestrafte Alkoholkranke, zur Zeit in Reha, bedankte sich, dass er nicht ins Gefängnis muss.

Im Oktober fiel der Polizei bei der Streifenfahrt im Haslocher Weg, Bestenheid, ein geparkter Pkw auf, dessen Kennzeichen keine Marke des Landkreises aufwies. In dem Moment stieg der Angeklagte ein und fuhr los. Die Polizei nahm die Verfolgung auf, auch mit Blaulicht, überholte, doch der Beschuldigte überholte seinerseits und gab Gas. Um sich der Kontrolle zu entziehen, fuhr er auf der Bestenheider Landstraße Richtung Grünenwört mit geschätzten 100 Stundenkilometern, obwohl dort streckenweise nur Tempo 50 erlaubt ist. Er bog dann ab und fuhr zurück nach Bestenheid.

Neben dem Tatbestand des Fahrens ohne Führerschein war bis dahin der Tatbestand Trunkenheit im Verkehr erfüllt. Durch die anschließende gravierende Vorfahrtsverletzung wurde daraus der schwerer wiegende Tatbestand der Straßenverkehrsgefährdung.

Angeklagter geständig

Die Polizei verlor den Wagen des Angeklagten aus den Augen, doch später wurde gemeldet, er stehe in Wertheim nahe einer Tankstelle. Die Überprüfung der Atemalkoholkonzentration ergab umgerechnet 1,2 Promille und bei der später entnommenen Blutprobe waren es noch 1,01 Promille.

In der Verhandlung war der Beschuldigte geständig. Allerdings hat er zahlreiche Vorstrafen, die teilweise über zehn Jahre zurückliegen (Widerstand, Beleidigung, versuchte Körperverletzung, Bedrohung, Trunkenheit im Verkehr, unerlaubtes Entfernen vom Unfallort). Bisher kam er mit Geldstrafen davon. Im jetzigen Fall beträgt die Sperrfrist für eine Fahrerlaubnis zwei Jahre. Auch danach muss der Angeklagte vor der Wiedererteilung dem Landratsamt, Führerscheinstelle, erst nachweisen, dass er sein Alkoholproblem überwunden hat. Den Weg zur Suchtberatung wies jetzt das Gericht. Der Mann muss mindestens drei unterstützende Gespräche führen, weitere freiwillige „wären besser“. Das Urteil ist rechtskräftig. goe