Wertheim

Berufliches Schulzentrum Absolvent Alexander Neb referierte

Blick auf die Zukunft der Arbeit geworfen

Bestenheid.Einen in doppelter Hinsicht interessanter Vortrag fand im Rahmen des Jahresthemas „Leben 4.0“ im Beruflichen Schulzentrums Wertheim (BSZ) in Bestenheid statt. So hätte das Thema „Kollege Roboter – Arbeit 4.0 Hand in Hand mit der Maschine“ aktueller nicht sein können. Zudem sprach mit Alexander Neb ein Absolvent des Technischen Gymnasiums der Schule.

Die Zuhörer erwartete ein Parforceritt durch die aktuellen Forschungen und Entwicklungen, mit denen sich Neb als wissenschaftlicher Mitarbeiter des Fraunhofer Instituts für Produktionstechnik und Automatisierung (IPA) in Stuttgart beschäftigt. Sein Forschungsschwerpunkt ist die Montageautomatisierung.

Digitalisierung in allen Bereichen

Schulleiter Manfred Breuer zeigte bei seiner Einführung auf, wie sehr die Digitalisierung nahezu alle Lebensbereiche durchdringe und wie sehr sich die Lebens- und Arbeitswelt verändern werde. „Als Schule,“ so Breuer, „stehen wir vor der Herausforderung, die uns anvertrauten jungen Menschen auf eine Zukunft vorzubereiten, von der wir allenfalls eine vage Vorstellung haben.“

Neb betonte, dass Digitalisierung und Automatisierung nicht einfach Arbeitsplätze vernichte, sondern diese verändere. Natürlich würden simple Jobs wegfallen, war sich der Referent sicher. Dafür entstünden jedoch im Gegenzug neue, interessantere Arbeitsplätze.

Automatisierung sei ein Werkzeug und kein Ziel. Es gehe um den Erhalt der Wettbewerbsfähigkeit, die Erhöhung der Produktqualität, den Ausgleich des drohenden Fachkräftemangels und nicht zuletzt um die Sicherung von Arbeitsplätzen.

Was es mit der Mensch-Roboter-Kollaboration, also der Zusammenarbeit von Mitarbeitern Hand in Hand mit der Maschine, auf sich hat, wurde am Beispiel der Arena 2036 in Stuttgart deutlich. Hier erforschen und entwickeln Hochschulen, Institute und Unternehmen aus aller Welt gerade die Zukunft der Automobilproduktion, bei der verschiedene Modelle mit sämtlichen Antriebsarten in einer Produktionsanlage gebaut werden. Der Mensch stehe dabei im Mittelpunkt.

Es gehe darum, die Kreativität und Intelligenz des Menschen mit der Genauigkeit und Kraft eines Roboters zusammenzubringen und so eine hochflexible Produktion mit optimaler Produktqualität und Wettbewerbsfähigkeit auch im Hochlohnland Deutschland zu erhalten. bsz