Wertheim

„Der Meistertrunk“ Gruppen des historischen Festspiels bieten Stück dar / Live-Musik vor der Röderbastei

Blick in düstere Epoche Deutschlands

Archivartikel

Rothenburg.Zu Pfingsten ziehen sie wieder plündernd und musizierend durch die Altstadtgassen. Die Gruppen des historischen Festspiels „Der Meistertrunk“ bringen vom 7. bis 10. Juni die dramatische Episode aus dem Dreißigjährigen Krieg mit über 100 Darstellern auf die Bühne des Kaisersaals.

Erinnert wird beim „Meistertrunk“ an jene Tage im Jahr 1631, als Rothenburg ob der Tauber von den Truppen des Generals Tilly eingenommen wurde und den Bewohnern Fürchterliches schwante – hatten die Soldaten doch zuvor in Magdeburg ein fürchterliches Massaker angerichtet. Erst der besagte Meistertrunk des lokalen Altbürgermeisters Nusch von drei und einem Viertel Liter Wein in einem Zug errettete die Stadt auf wundersame Weise. Nicht wundersam, sondern historisch belegt, sind viele Teile der Geschichte durch die Recherchen der Vereinsmitglieder – nur die Pointe mit dem Meistertrunk hat der Glasermeister Adam Hörber, der das Theaterstück 1881 verfasste, hinzugedichtet.

Los geht es am Freitag, 7. Juni, mit der Pfingsteröffnung am Marktplatz um 18 Uhr sowie der ersten Aufführung des Theaterstücks im Kaisersaal des Rathauses. Weitere Aufführungen gibt es am Samstag (15 Uhr und 17.30 Uhr), Sonntag (10 Uhr und 12.30 Uhr) sowie am Montag (12.30 Uhr). Karten sind im Vorverkauf erhältlich. Zu den Höhepunkten am Samstag zählen die Feuerwache vor dem Tor mit Musik und Bewirtung vor der Röderbastei (ab 20 Uhr) sowie die Feuershow mit der Gauklertruppe Mummenschanz (ab 21.30 Uhr). Am Sonntag tritt der Historische Schäfertanz am Marktplatz auf (11.30 Uhr und 13.45 Uhr).

Ein weiterer Höhepunkt des Wochenendes ist der Große Historische Heereszug zum Feldlager durch die Altstadt mit circa 900 Protagonisten der historischen Gruppen. Die Besucher können sich zudem auf dem Historischen Handwerker- und Händlermarkt umsehen.

Für Familien mit Kindern lohnt außerdem der Besuch an der Franziskanerkirche: Bei „Kurzweyl anno 1631“ kann man dem Nachwuchs typische Spiele aus jener Epoche der deutschen Geschichte näherbringen. zug