Wertheim

Gerichtsverhandlung Diebstahl in Raststätte

„Blöde Aktion“ kostet zwei Auszubildende Lehrgeld

Archivartikel

Wertheim.Zwei alkoholisierte Auszubildende aus Külsheim kamen im Juli auf den Gedanken, sich von einem Bekannten zur Autobahn-Raststätte bei Grünsfeld fahren zu lassen. Dort hielten sie sich von 18 bis 4.13 Uhr auf. Als ihnen kein weiterer Alkohol verkauft wurde, „bedienten“ sich die beiden selbst an alkoholischen und nichtalkoholischen Getränken sowie Esswaren zum Preis von insgesamt 197 Euro.

Wieder zu Hause und nüchtern, kam die Reue. Einer der Diebe entschuldigte sich beim Raststätten-Pächter und zahlte dessen überhöhte Schadenersatzforderung von 800 Euro. Die Hälfte erhielt er später vom Mittäter.

Dann erhielten die damals 20-Jährigen und noch heranwachsenden Post von der Justiz. Sie mussten sich jetzt wegen gemeinschaftlichen Diebstahls beim Amtsgericht Wertheim verantworten.

Nach glaubhafter Versicherung, dass so etwas nicht mehr vorkommen werde, vor allem aber wegen Zahlung der überhöhten Forderung, stellte die Jugendrichterin das Verfahren ohne Geldauflage ein. Die beiden jungen Männer müssen jedoch Gespräche mit Suchtberatern führen und das dem Gericht nachweisen.

Dieser Verfahrensausgang entspricht dem Vorschlag der Jugendgerichtshilfe Main-Tauber.

In der Verhandlung nannten die Beschuldigten ihr Verhalten eine „blöde Aktion“ und räumten selbstkritisch ein, das Stehlen in der Raststätte sei im Verlauf der Nacht „zur Routine“ geworden.

In der Schadenersatzforderung sind neben den 197 Euro für Reinigungsarbeiten 60 Euro je Stunde angesetzt, und als Arbeitsaufwand des Raststätten-Pächters 80 Euro die Stunde.

Abschließend bezeichnete die Richterin das Betragen in der Raststätte als „heftige Nummer“. Dafür sei Lehrgeld gezahlt worden.

Tragen müssen die Beschuldigten auch die Anwaltshonorare. Sie übersteigen die Schadenersatzforderung goe