Wertheim

Eiersheimer Musikanten Mit einem böhmisch-mährischen Abend eröffnet die Musikkapelle in Bettingen ihre Konzertsaison

Bodenständige Blasmusik liegt im Trend

Archivartikel

Die Närrischen Sandhasen haben die Zeichen der Zeit erkannt und veranstalten am Samstag einen böhmisch-mährischen Abend mit den Eiersheimer Musikanten. Denn: Die Blasmusik boomt.

Bettingen/Eiersheim. Immer mehr junge Menschen lassen sich von Blasmusik begeistern. Ausgehen und dabei schick sein, das heißt: Die junge Dame trägt Dirndl und der Mann nicht selten Lederhose. So sind auch die Musiker gekleidet, die Tracht stärkt das Zusammengehörigkeitsgefühl. Die junge Truppe der Bettinger Sandhasen hat sich die Eiersheimer Musikanten eingeladen. Deren bodenständige Blasmusik ist mundgemacht und aus dem Herzen gespielt.

Im Main-Tauber-Kreis gelten die Eiersheimer Musikanten als die absoluten Vorreiter in der Böhmisch-mährischen Blasmusik. Saisoneröffnung ist dieses Jahr in Bettingen, dann folgt ein „Heimspiel“ in Eiersheim. Treu ihrer Stilrichtung gibt es durch das Musikjahr bis zum Herbst mehrere Auftritte, beispielsweise bei den Distelhäuser Pfingsttagen, dem Weinfest in Tauberzell, dem Altstadtfest in Tauberbischofsheim oder auf der Wertheimer Michaelismesse.

Eduard Hauck, den alle nur „Eddy“ rufen, dirigiert die Eiersheimer Musikanten seit über 40 Jahren. „Bei den Eiersheimer Musikanten erfolgte vor knapp 20 Jahren eine Neuorientierung in Richtung Böhmisch-mährischer Blasmusik“, erinnert er sich. „Stücke von Ernst Mosch haben wir schon früher gespielt“, erzählt Eddy.

Erfolgsrezept

Für die Eiersheimer wurden im Lauf der Jahre immer mehr Vlado Kumpan und seine Musikanten zum Vorbild. Der Slowake gilt als der „Europameister der Blasmusik“ und viele Titel, besonders von Miloslav Prochazka (Trompeter und Komponist von Vlado Kumpan), haben die Musikanten aus dem Külsheimer Stadtteil begeistert. Von dieser Musik fühlen sich sowohl junge Musiker als auch junges Publikum angesprochen.

„Wir haben einen festen Zuhörerstamm von etwa 50 Fans, die uns das ganze Jahr zu unseren Auftritten begleiten, darauf sind wir sehr stolz“, schwärmt Janina Rückert, die bei den Konzerten moderiert. Schmunzelnd sagt sie: „Wir verschenken symbolisch unsere Musikstücke an die Fans, wir kennen unsere Freunde so gut, dass wir wissen, wem wir mit welchem Stück eine besondere Freude bereiten.“

„Unsere Bühne lebt“, betont Eddy. Mit einem Augenzwinkern verrät der „Koch“ das Erfolgsrezept: „Man nehme juchitzende Flügelhörner, signalsichere Trompeten, freche Klarinetten, singende Hörner, dazu ein quirliges Schlagzeug und eine knackige Tuba und würzt dies mit rhythmischen Begleitinstrumenten.“

Heraus kommen dabei Stücke wie die „Südböhmische Polka“, „Die Kapelle hat gewonnen“ oder der Ländler „Die Ruhe im Wald“. Dazu kommen hin und wieder ein Walzer und beliebte Trompetensoli, die bei den Fans richtig zünden.

Aktuell treten die Eiersheimer mit 18 Musikanten auf, Frauen und Männer im Alter zwischen 20 und 65 Jahren. Mit einem breiten Grinsen erklärt Eddy: „Die meisten sind selbst gezeugt.“ Sohn und Tochter von ihm spielen mit, und das ist keine Ausnahme. Familien- und generationenübergreifend wird bei dieser Truppe eng zusammengestanden und musiziert.