Wertheim

Amtsgericht 45-Jähriger telefonierte beim Autofahren

Bußgeld und Fahrverbot

Wertheim.Beim Amtsgericht Wertheim behauptete ein Autofahrer, er habe beim Fahren nicht telefoniert, sondern nur das Handy vom Boden aufgehoben. Die Richterin glaubte das nicht und verurteilte den arbeitlosen Maschinenbediener aus der Main-Tauber-Stadt zur Zahlung von 60 Euro Bußgeld und verhängte ein Fahrverbot von einem Monat.

Der Vorfall ereignete sich im April. Die Polizei war in Wertheim auf dem Wartberg/Reinhardshof unterwegs und beobachtete in einem vorbeikommenden VW, der Fahrer hält ein Handy vor den Mund und spricht hinein (Lippenbewegungen). Sie hielt den 45-Jährigen an, und er sagte, er habe das Handy nur in die Hand genommen aber nicht telefoniert. Der Beamte erläuterte, schon das in die Hand nehmen ist verboten.

Der Mann bekam von der Stadtverwaltung Wertheim einen Bußgeldbescheid über 60 Euro, und die Sachbearbeiterin hielt auch ein Fahrverbot von einem Monat für notwendig. Der Betroffene hat im Flensburger Fahreignungsregister sieben Eintragungen wegen verbotswidrigen Telefonierens, zu schnellen Fahrens und, weil er ein Mal ein Kind ohne jede Sicherung in einem Auto befördert hatte.

Der Mann legte gegen den Bescheid Einspruch ein. Jetzt in der Verhandlung trug er eine erweiterte Version des Geschehens vor. Beim Bremsen sei das Handy mitsamt der Halterung zu Boden gefallen, und er habe es nur aufgehoben, maximal bis Brusthöhe. Er nannte es Pech, dass in diesem Moment die Polizei vorbeifuhr.

Das Gericht kam im Urteil zum Ergebnis, die Polizei habe richtig beobachtet. Wenn man einen Gegenstand aufhebe, spreche man vor dem Ablegen nicht mit ihm. Die Richterin hielt auch das Fahrverbot für notwendig.

Der Betroffene müsse lernen, seine Pflichten im Straßenverkehr ernst zu nehmen. Zum Bußgeld kommen die etwa 30 Euro Gebühren für den Bußgeldbescheid sowie die Gerichtskosten. goe