Wertheim

Da rauchen nicht nur die Köpfe

Die Zahl des Tages? Das ist für mich heute die 14. So viele Tage sind es noch bis zum Beginn der 197. Wertheimer Michaelis-Messe.

Einstimmen auf das größte Volksfest (mindestens) in der Main-Tauber-Stadt und der näheren Region kann man sich seit gestern Nachmittag schon mal auf der Königshöfer Messe. Die löste als Feier-Hot-Spot den Külsheimer Großen Markt ab, der wiederum auf das Heimat- und Quätschichfest in Kreuzwertheim gefolgt war. Da muss man als Fan derartiger Veranstaltungen schon einiges an Durchhaltevermögen an den Tag legen.

Die Verantwortlichen und Mitwirkenden der Michaelis-Messe hoffen derweil, dass nicht nur den Besuchern, sondern auch dem Wetter nicht die Puste ausgeht. Die Königshöfer scheinen da ja Glück zu haben. Für ihre Festwoche sind noch einmal überwiegend Sommer-, ja sogar zwei Hochsommer-Tage vorhergesagt.

Nicht für alle ist wahrscheinlich die 14 die Zahl des Tages. Für viele, vornehmlich Schüler, ist es wohl eher die 44. So viele Tage dauert es noch bis zum Beginn der Herbstferien.

Seit Anfang der Woche sind sie ja wieder zurück im Schulalltag. Und wenn man das eine oder andere Gesicht betrachtet, sind manche von ihnen schon wieder „ferienreif“. Aber knapp sechs Wochen müssen sie sich noch gedulden.

Noch länger dauert allerdings, wie wir jetzt erfahren haben, die Wartezeit bis zum nächsten Familienspieltag. Denn in diesem Jahr fällt dieser – ein „Überbleibsel“ der Heimattage 2006 – aus. Die Begründung stimmt schon ein wenig nachdenklich: Von einem personellen und organisatorischen Engpass bei der kommunalen Jugendarbeit ist da die Rede.

Wer dann einmal auf der Internetseite der „Jugendarbeit Wertheim“ nachschaut, der sieht in der Tat gerade einmal drei Personen, die in dem Bereich tätig sind. Einer davon ist der Kinder- und Jugendbeauftragte der Stadt im Rathaus.

Blättert man weiter bis zum „Jugendtreff 144“ dann liest man, „der Jugendtreff ist geschlossen“. Und ist, wenn man die Hintergründe dazu nicht kennt, zumindest erstaunt. Über die Tatsache an sich und darüber, wie wenig Aufsehen das offenbar erregt hat.

„Geraucht“ – und das nicht zum ersten Mal – hat es am Montag am Ende der Sitzung des Freudenberger Gemeinderats. Da nutzte ein Bürger – und auch das nicht zum ersten Mal – sein gutes Recht, Anfragen zu stellen. Wobei die Meinungen darüber, ob es sich denn tatsächlich um Anfragen und nicht eher um – nicht zulässige – Stellungnahmen handelt, zumindest geteilt sind.

Zwei Stadträte jedenfalls reagierten diesmal ziemlich ungehalten, von einem war sogar der Vorwurf zu hören, besagter Bürger formuliere „nach Art der AfD“. Was diesen natürlich auf die Palme brachte. Er wiederum muss sich aber durchaus den Vorwurf gefallen lassen, in seiner Wortwahl selbst nicht zimperlich zu sein.

Gespannt sein darf man darauf, ob Freudenbergs Bürgermeister künftig wirklich keine Stellungnahme mehr zur „Blitzeranlage“ in der Hauptstraße – eines der Dauerthemen des betreffenden Bürgers – mehr abgibt. Regelmäßige Besucher der Gemeinderatssitzungen könnten in der Tat den Eindruck haben, dass dazu nun wirklich alles gesagt ist.

Scheuen Wertheims Parteien das Licht der Öffentlichkeit? Jüngsten Anlass, diese Frage zu stellen, gab die CDU in der Main-Tauber-Stadt. Die veranstalteten in der zu Ende gehenden Woche ihre Hauptversammlung, in der auch die Neuwahl des Vorstands auf der Tagesordnung stand. Anders als früher üblich, wurde dazu nicht öffentlich eingeladen.

Transparenz sieht meiner Meinung nach anders aus. Aber immerhin bekam so niemand – außer den anwesenden Mitgliedern – mit, dass es in der Versammlung zu heftigen An- und Vorwürfen zweier Christdemokraten gegen den amtierenden und wiedergewählten Vorsitzenden kam. Pikant wird die Geschichte dann, wenn man weiß, dass einer der beiden Kritiker bis Dienstag selbst Vorstandsmitglied des Stadtverbands war.