Wertheim

Jubiläum Der Kindergarten Uihleinstraße nahm vor 50 Jahren seinen Betrieb auf / Buntes Programm am Samstag in der Einrichtung / Ein Gottesdienst mit Grußworten komplettierte am Sonntag das Fest

Das Abenteuer des Lebens spielerisch erleben

Wertheim.Seit 50 Jahren ist die evangelische Kindertagesstätte in der Uihleinstraße eine Heimat für Kinder. Dieses Jubiläum feierte die Einrichtung am Samstag und Sonntag mit einem abwechslungsreichen Jubiläumsfest.

Am Samstag wurde direkt in der Kindertagesstätte gefeiert. Die Kinder zeigten zu Beginn sechs typische Stuhlkreisspiele aus den vergangenen fünf Jahrzehnten.

Für die erwachsenen Gäste drehte sich alles um den Rückblick. So konnten sie sich als einstige Kindergartenkinder, deren Eltern oder als Mitarbeiter der Einrichtung auf einem Zeitstrahl verewigen. Bei einem Rätsel galt es herauszufinden, welches Kinderfoto die Erzieherinnen von heute in ihrer eigenen Jugend zeigt. Für den Nachwuchs gab es eine abwechslungsreiche Spielstraße. Passend zum Rückblick gab es eine Station an der Gegenstände nach alt und neu geordnet werden mussten. Deren Spektrum richte vom Wählscheibentelefon übe altes Spielzeug bis zur CD und der LED Taschenlampe. Die Einnahmen und Spenden aus den beiden Festtagen werden für die Neugestaltung des Außengelände der Kita verwendet. Dieses soll in den kommenden Jahren für eine naturnahe Pädagogik umgestaltet werden.

Am Sonntagvormittag fand ein von der Kita mitgestalteter Festgottesdienst in der Stiftskiche statt. Geleitet wurde dieser von Dekan Hayo Büsing. „50 Jahre sind nicht nur für Kinder eine unvorstellbar lange Zeit,“ sagte Büsing in seiner Begrüßung. Viele Generationen seien in dieser Zeit im Kindergarten ein- und ausgegangen.

In einer Aktion für alle Kirchenbesucher ging es um die persönliche Beziehung zur Einrichtung. Dabei wurde deutlich, dass zu den Gottesdienstbesuchern neben ehemaligen und aktuellen Kindern der Einrichtung, Eltern, Großeltern, Elternbeiratsmitglieder sowie aktuelle und ehemalige Mitarbeiter zählten.

Büsing verwies in seiner Predigt darauf, dass nach der elterlichen Wohnung der Kindergarten der zweitwichtigste Ort eines Kindes sei. Er sei ein Raum, in dem sie sich sicher und geboren fühlen und angeregt durch die Erzieherinnen das Abenteuer des Lebens spielerisch und in Gemeinschaft erleben können. “

Nach dem die Kinder das Lied „Bau nicht dein Haus auf losen Sand“ vorgetragen hatten, stimmte die Gottesdienstgemeinde mit ein. Vier Sprecher berichteten im Anschluss an ihre Erinnerungen an die Kita.

Gerlinde Weisensee war 29 Jahre lang Leiterin der Einrichtung. Sie blickte auf das Vertrauen der Eltern und auf bauliche und organisatorische Änderungen zurück. „Von dem was ich damals investiert habe, bekomme ich noch heute zurück“, erzählte sie, dass sie sich über jedes ehemalige Kitakind freue, dass sie heute noch anspreche.

Susanne Oetzel-Paczkowski war selbst als Kind in der Jubiläumskita und ist heute Mutter eines Kindes dort. Sie erinnerte sich an die kleinen Basteleien, die besonderen Feste und die Ausflüge. Ein weiteres ehemaliges Kita-Kind war Jana, die von von 2006 bis 2009 in die Einrichtung ging. Sie freute sich über die vielen Freunde, die sie damals fand und zu denen sie heute noch viel Kontakt habe. Im Anschluss an den Festgottesdienst überbrachten diverse Redner Glückwünsche. Dekan Heyo Büsing dankte für die gute Zusammenarbeit und die Unterstützung der Kindertagesstätte. Bernd Hartmannsgruber, stellvertretender Oberbürgermeister, erinnerte an die Geschichte der Einrichtung, beispielsweise den Umzug in den Neubau in der Uih-leinstraße eine „Kinderbewahranstalt“ und die Anfänge der 1980er Jahre, als fast zeitgleich das legendäre Trio Ute Ehrlich, Margot Pape und Gerlinde Weisensee ihren Dienst aufnahmen. Die Stadt schätze die Arbeit der Kita und lasse sich die Unterstützung etwas kosten. So trage man 94 Prozent der Betriebsaufwendungen. Im Jahr 2018 waren dies laut Hartmannsgruber 225 000 Euro.„Jeder Cent ist gut angelegt für unsere Zukunft, das sind unsere Kinder.“

Erwin Röhrig, Vorsitzender des Kirchengemeinderats stellte fest, dass die wichtige Einrichtung aus dem Stadtteil nicht mehr wegzudenken sei. Für den Elternbeirat der Einrichtung sprach Hannah Trunk. Auch wenn sich Erziehungskonzepte sich geändert hätten, „für Kinder bleibt, sie wollen sich wohl und geborgen fühlen, angenommen werden wie sie sind und wollen lernen und entdecken.“