Wertheim

Motorradgottesdienst im Kloster Bronnbach Fast 400 Besucher nehmen teil / Freiheit, Spaß und Ökologie waren Themen / Maschinen der Biker gesegnet

Das Gefühl von Schutz und Gemeinschaft genießen

Archivartikel

Bronnbach.Eine bunte Mischung aus Motorradfahrern und anderen Gläubigen hatte sich in der Klosterkirche Bronnbach am 1. Mai zum traditionellen Bikergottesdienst eingefunden. Die einen brachten so Abwechslung in ihren wöchentlichen Messbesuch, für die anderen bedeutete der Besuch von Motorradgottesdiensten das Gefühl des Schutzes und der Gemeinschaft, die laut Dekan Reiner Thoma „Gold wert“ sind.

Beliebtes Ziel

Mit annäherend 400 Besuchern, deutlich mehr als im Vorjahr, war die Kirche voll besetzt. Dank des wunderbaren Wetters sei diese auch ein beliebtes Ausflugsziel, wie einige angaben – nicht nur mit dem Motorrad. Die Nummernschilder stammten meist aus der Region zwischen Miltenberg und Würzburg.

Die weiteste Anfahrt hatten Biker-Paare aus Erlangen-Höchstadt sowie Rotgau und Seligenstadt bei Offenbach.

Mit einer Mischung aus Humor und Ernst schlug Thoma den Bogen von der Freiheit der Biker über Spaß und Ökologie zu der Freiheit nächster Generationen. Wegen der Zunahme von Unfällen, schlechter Straßen und immer mehr Autos befürworte er das Tempolimit. Der Dekan appellierte, aus der Not eine Tugend zu machen, für die ökologische Zukunft und die Schöpfung.

Er erinnerte an den Zusammenhang zwischen Wohlstand, Mobilität und Umweltverschmutzung: „95 Prozent der Menschheit haben ein Flugzeug noch nie betreten, fünf Prozent verursachen zehn Prozent des gesamten CO2-Ausstoßes.“ Er ermutigte Kinder und Jugendliche, welche sich bei Freitagsdemonstrationen für eine „gottgefälligere ökologische Zukunft“ einsetzen.

Passend war die Stimmung der Gläubigen und Biker – ebenso wie das Wetter – eine Mischung aus ernst und heiter. Thoma schloss die Predigt mit der Aufforderung, auch wenn nicht immer Jeder mit allem und allen einverstanden sei, trotzdem immer kommunikativ miteinander zu sein, selbst mit den Elektrotretrollerfahrern.

Mit dem Song „Whatever you want“ erinnerte die Band „eight4fun“ daran, dass letztendlich alles in Gottes Hand liegt. Auch in dieses Jahr traf diese unmittelbare „handgemachte“ Rockmusik genau die Energie und Lebensfreude der Motorradfahrer.

Passend begleitete unter Beifall die Zugabe „Dave is on the road again“ die Gläubigen in Leder und Motorradstiefeln aus der Kirche hinaus. Bevor es unter lautem Motorröhren wieder auf die Straße ging, fand die Segnung im oberen Wirtschaftshof statt. Dort richtete sich Thoma an alle Schutzheiligen und Engel, von Maria über Jakobus und Christopherus, die etwas mit Bewegung zu tun haben. jam