Wertheim

Gerichtsverhandlung Liste überführte Angestellten

Dem Arbeitgeber 12 000 Euro geklaut

Archivartikel

Wertheim.Ein 25-jähriger Mann aus Wertheim war bei einer kleinen Firma in der Main-Tauber-Stadt beschäftigt. 2016 und 2017 entwendete er dort acht Mal Bargeld seines Chefs, insgesamt 12 000 Euro. Wegen Diebstahls verhängte jetzt das Amtsgericht Wertheim eine Gesamtstrafe von zehn Monaten, setzte sie aber gegen Schadenswiedergutmachung zur Bewährung aus.

Das Geld hatte sich in einer Schublade, dem Schrank oder Schreibtisch befunden. Im August 2017 erschien der Chef bei der Polizei in Wertheim und sagte, ihm fehle 40 000 bis 45 000 Euro. Erst am Vortag sei eine Mappe mit 4500 Euro weggekommen. Er hielt den Angeklagten für den Täter, Einzelheiten konnte er nicht nennen.

Trotz der hohen Gesamtsumme erschien der Geschädigte „entspannt und gelassen“. Er meinte nur, jetzt müsse etwas unternommen werden. Man erwog die Markierung von Geldscheinen. Der Firmeninhaber stellte eine Überwachungskamera auf. Die hat der Angeklagte wohl bemerkt, denn es kam kein Geld mehr weg. Im Dezember 2017 griff der Chef zur List. Er behauptete gegenüber dem Beschuldigten, er sei überführt. Dieser ging zur Polizei und räumte acht Einzeltaten Gesamtsumme: 12 000 Euro) ein. Später zog der Chef seine Strafanzeige wieder zurück. Doch die Staatsanwaltschaft bejahte das öffentliche Interesse an der Tat-Verfolgung.

Der Angeklagte ist verheiratet, hat zwei Kinder und mindestens 27 000 Euro Schulden. Die genaue Summe konnte er nicht sagen. Er tätigte teilweise kostspielige, aber nicht notwendige Anschaffungen, zum Beispiel im Kfz-Bereich. In 2014 erhielt er wegen Betrugs eine Geldstrafe.

Im jetzigen Fall hat er nach eigenen Angaben 3000 Euro wieder gut gemacht „durch Übergabe ohne Quittung an einen Firmenangestellten“.

Im Urteil äußerte das Gericht Zweifel, dass der Beschuldigte die Bewährung durchhält, also keine weiteren Straftaten begeht und den Schaden mit monatlich 100 Euro abzahlt. Was seine Glaubwürdigkeit dahingehend angehe, dass er bereits 3000 Euro getilgt habe, reiche nicht „sein Augenaufschlag“, so die Richterin. Sie wolle dafür einen Beleg sehen. goe