Wertheim

City Dinner Tour Mit dabei waren die Fränkischen Nachrichten, das Grafschaftsmuseum, das Fachgeschäft „Knecht Rupprecht“, Juwelier Jahn und „Heidi’s Wäschelädle“

Den Blick hinter die Kulissen gewagt

Archivartikel

Der Erfolg der zweiten City Dinner Tour in Wertheim am Dienstagabend schloss nahtlos an den der Premiere im vergangenen November an. Der Termin für die nächste Auflage steht auch schon fest.

Wertheim. Sie kamen, als die „normalen“ Kunden die Läden gerade verlassen hatten. Das ist eines der Erfolgsgeheimnisse der City Dinner Tour: Sie bietet Neugierigen nach Ladenschluss einen Blick hinter die Kulissen ausgewählter Geschäfte.

Einzige Voraussetzung, daran teilhaben zu können ist, dass man sich rechtzeitig angemeldet hat. Das haben auch diesmal wieder 80 Interessierte getan, die zunächst von Bürgermeister Wolfgang Stein und Christof Geiger, Mitglied der Geschäftsleitung der Industrie- und Handelskammer (IHK) Heilbronn-Franken, im Grafschaftsmuseum begrüßt wurden. Beide dankten allen, die an der Organisation der Veranstaltung beteiligt waren. Neben der IHK und der Stadt war das maßgeblich auch der Stadtmarketingverein Wertheim. Während der Bürgermeister wünschte, die Teilnehmer sollten sich „informieren, beeindrucken, inspirieren und unterhalten lassen“ und überhaupt „einen schönen Abend genießen“, berichtete Geiger, dass es seit 2015 nun bereits 21 City Dinner Touren im Geschäftsbereich der IHK Heilbronn-Franken gegeben hat, bei denen mehr als 90 Betriebe sich über 1500 Besuchern vorstellten.

Museumsleiterin Stefanie Arz informierte die Gäste über die Geschichte des Grafschaftsmuseums, das seine vielfältigen Sammlungen auf rund 2200 Quadratmetern präsentiert. Während ein Teil der Besucher dann die letzte Gelegenheit nutzte, die „außergewöhnlichen Blickwinkel“ zu bestaunen, die Kurt Bauer in Bildern festgehalten hat, folgten andere der Museumsleiterin zum „Blick hinter die Kulissen“, der in diesem Fall aus Einblicken in imposante Schränke bestand, in denen Kleidungsstücke aus längst vergangenen Zeiten aufbewahrt werden. Stefanie Arz führte die Interessierten aber auch in verschiedene Bereiche des Hauses, die gerade oder in Kürze umgestaltet werden und bot damit schon einmal einen Ausblick in die Zukunft des Grafschaftsmuseums.

Vier Gruppen

In vier Gruppen aufgeteilt machten sich die Teilnehmer der City Dinner Tour schließlich auf den Weg zu den vier Stationen des Abends. Da war zum einen, gleich gegenüber dem Grafschaftsmuseum, das Spielwaren-Fachgeschäft „Knecht Rupprecht“. Das entstand, wie Christa Rupprecht erzählte, Anfang der 1990er Jahre zunächst im Keller des eigenen Wohnhauses in Neubrunn und entsprang einer Idee der eigenen Kinder – damals vier an der Zahl. Die hätten eines Tages gemeint, man habe so viele Spielsachen, dass man glatt ein eigenes Geschäft eröffnen könne. Gesagt - getan. Von anfangs 25 Quadratmetern wuchs die Verkaufsfläche auf rund 180 Quadratmeter im Lauf der Jahre an. 2012 sei die Stadt Wertheim auf sie zugekommen, berichtete Christa Rupprecht und nach anfänglichen Bedenken – „Hochwasser und das von uns hauptsächlich verkaufte Holzspielzeug, das passte nicht so gut“– und nachdem man in der Rathausgasse Räume gefunden hatte, in denen keine „Überflutungsgefahr“ besteht, wurde in der Main-Tauber-Stadt ein neues Geschäft eröffnet.

Ist „Knecht Rupprecht“ noch relativ neu in Wertheim, so gehört „Juwelier Jan“ zu den im wahrsten Wortsinn alteingesessenen. „Seit 196 Jahren sind wir hier am Marktplatz und immer im gleichen Haus“, verkündete Ursula Hartmann nicht ohne berechtigten Stolz. Wurde anfangs vor allem sakrales Gerät gefertigt, so ist das Produktportfolio heute wesentlich breiter aufgestellt und reicht vom Anfertigen und Umarbeiten von Schmuckstücken über das reparieren von Uhren und dem Stechen von Ohrlöchern bis hin zu Gravuren oder dem Goldankauf. Besonders neugierig waren die Besucher natürlich auf die Goldschmiede, in die sie von Günter Hartmann geführt wurden. Das ist der Ort, wo sogar der Kehricht goldhaltig ist, so dass hier der Besen besonders sorgfältig geschwungen wird.

Viele Facetten

Seit zwei Jahren – und damit die Jüngste in der Runde der Betriebe, die sich vorstellten – ist „Heidi´s Wäschlädle“ in der Maingasse vertreten. Hier gibt es für die Damen Nacht- und Unterwäsche verschiedenster Marken, aber auch Bademäntel. „Ein BH sollte so sitzen wie ein Schuh, nicht zu groß und nicht zu klein“, erklärte die Inhaberin, warum jede Kundin sorgfältig und genau ausgemessen wird. Bei sogenannten „Mädelsabenden“ werden die einzelnen Marken und deren speziellen Vorzüge am Modell vorgeführt.

Auch die Fränkischen Nachrichten hatten ihre Türen für die City Dinner Tour geöffnet. Marketingleiter Michael Wünsch informierte unter anderem über den Strukturwandel in der Medienwelt, Regina Ditscheid und ihre Reisebüro-Kolleginnen zeigten - für manche leider nur theoretisch - den Buchungsvorgang für eine Traumreise und ein Stockwerk höher in den Räumen der Redaktion erläuterten Chefredakteur Dieter Schwab und Redaktionsleiter Fabian Greulich, wie jeden Tag eine aktuelle Zeitung zustande kommt. Noch höher hinaus, nämlich zur Burg, ging es zum guten Schluss. Und mancher Teilnehmer dürfte sich vorgenommen haben, am 12. November bei der dann dritten City Dinner Tour wieder dabei zu sein.