Wertheim

13. Unterfränkisches Volksmusikfest Über 20 Gruppen mit mehr als 300 Akteuren boten ein abwechslungsreiches Unterhaltungsprogramm / Tausende Besucher erfreuten sich an der heimischen Folklore

Der ganze Ort war von schönen Melodien erfüllt

Archivartikel

Mehr als 300 Akteure boten beim 13. Unterfränkischen Volksmusikfest in Homburg ein buntes Unterhaltungsprogramm. Mehrere tausend Besucher kamen.

Homburg. Das 13. Unterfränkische Volksmusikfest nahm seinen Auftakt mit einem Gottesdienst in der St. Burkarduskirche. Die Saitenmusik Väth aus Esselbach und der Homburger Gesangverein „Liedertafel“ sorgten für eine festliche Umrahmung des Gottesdienstes.

Nach dem Festgottesdienst nahmen die Ehrengäste und Vereine Aufstellung zum Festzug. Dieser führte unter Vorantritt der Altfränkischen Musikanten aus Billingshausen durch die mit Fahnen geschmückten Straßen zum Schlossplatz. Reinhard Hüßner, Vorsitzender der Arbeitsgemeinschaft Fränkische Volksmusik sprach auf dem Schlossplatz von einer idealen prächtigen Kulisse.

„Homburg wird heute singen und klingen“, schwärmte Bezirkstagspräsident Erwin Dotzel, der Schirmherr des Volksmusikfestes. Dotzel sagte, dass Volksmusik bei jung und alt sehr beliebt sei. Musik sei von Menschen für Menschen geschrieben und berühre die Menschen. Der Bezirk Unterfranken, so Erwin Dotzel, tue gut daran auch künftig die Volksmusik zu unterstützen.

„Musik verbindet mit der Heimat“, zeigte sich Landrat Thomas Schiebel angesichts der großen Anzahl von fränkischen Musikgruppen erfreut. Bürgermeister Norbert Endres war stolz darauf, dass seine Gemeinde Gastgeber des großen Volksmusikfestes sein darf. Kurz stellte er die Geschichte von Homburg vor und sah eine Brücke zwischen Wein und Musik.

„Wohlauf die Luft geht frisch und rein“, das Lied der Franken wurde als erstes Musikstück nach der offiziellen Eröffnung angestimmt. „Hie und Hah“, die fränkischen Straßenmusikanten aus Waigolshausen hatten gleich ihren Nachwuchs mit Instrumenten mitgebracht und sorgten mit Liedern über das Leben in Franken für viel Heiterkeit. Ein wahrer Blickfang war der Auftritt der Volkstanzgruppe Tauberbischofsheim, die in bemerkenswert hübscher Tracht die Reihe der Tänze am Vormittag eröffnete.

Der Wettergott war am Nachmittag auf der Seite der Sänger, Tänzer und Musikanten. Tausende strömten am Sonntag zum 13. Unterfränkischen Volksmusikfest in den Weinort. Das große Stelldichein der fränkischen Volksmusik mit mehr als 300 Akteuren bot ein abwechslungsreiches Unterhaltungsprogramm und lockte mehrere tausend Besucher an.

Das Singen, Tanzen und Spielen der über 20 Gruppen stand im Mittelpunkt. Über fünf Stunden war der ganze Ort von schönen Melodien erfüllt. Auf allen sechs Bühnen, im Schlosshof, auf dem Julius-Echter-Platz, in der Burkarduskirche, im Weinhaus Dornbusch, im Weingut Blank und im Weingut Huller wurde zeitgleich begonnen, um dann im Stundentakt weiter zu ziehen. Die Besucher spazierten gemütlich durch Homburg und nutzten die offenen Höfe der Weingüter zur Einkehr. Zu sehen waren unter blauem Himmel die schönsten Trachten aus der näheren Heimat, aus Franken und teils aus dem angrenzenden Baden und Hessen. Menschen aller Generationen wirkten mit und insbesondere die musizierenden Kinder zogen immer wieder die Blicke auf sich. Abseits des Trubels wurde in der Burkarduskirche ein geistliches Singen angeboten, mit dabei die Saitenmusik Väth, der Singkreis Lengfurt und die Pfarrgass-Sänger.

Schneidig kamen sie daher, im Sonntagsstaat. Ein wahrer Blickfang die Tracht, wie sie im Spessart, in Tauberfranken, der Rhön und im Steigerwald getragen wird. Jede Gegend hat ihre Besonderheiten und die konnte man am Gewand erkennen. Gestandene Mannsbilder mit dem Dreispitz auf dem Kopf in Begleitung liebenswerter Frauen mit bunten Schürzen. Wer Trachten trägt, bekennt sich zu seiner Heimat.

Die Volkstanzgruppe Tauberbischofsheim, die Freunde fränkischen Brauchtums Urspringen und die Volkstanzgruppe Rodenbach waren bei ihren Tanzdarbietungen richtige Hingucker, in bunter Farbenpracht tanzten sie zusammen auf dem Julius-Echter-Platz.

Golden blinkten die Instrumente in der Sonne und die Musikanten wurden nicht müde, im ganzen Dorf für angenehmen Klang zu sorgen. Dazwischen immer wieder froher Gesang, oft bekannte Lieder, bisweilen im Dialekt, die gerne auch von den Besuchern mitgesungen wurden. Die Straßenmusikanten sorgten für viel Gaudi und in ausgelassener Stimmung wurde dem Frankenlied unter viel Gelächter eine weitere Strophe hinzugefügt: „O heil’ger Veit von Staffelstein, beschütze deine Franken und jag’ die Bayern aus dem Land, wir wolln’s dir ewig danken!“

Singend und spielend hörte man die Altfränkischen Musikanten, Hie und Hah, die Helmsemer Dorfmusikanten, den gemischten Chor der Liedertafel Lengfurt, Schottisch Spessart, C- Dur aus Homburg, die Feierowed Musikanten, die Heimatsänger, das Grundler Duo, die Hambacher Volkssänger, Querbeet, die Wirtshaussänger und manch weitere Sangesfreunde, die sich offensichtlich aus Spaß an der Freud auch singend beteiligten.

Zur Schlussveranstaltung fanden sich alle Akteure vor und auf der Hauptbühne im Schlosshof ein. „Es ist vollbracht“, schnaufte Gerhard Hart aus Urspringen, der Ansprechpartner für Tänzer und Trachten erleichtert ins Mikrofon. Reinhard Hüßner kam bei seiner Bilanz ins Schwärmen: „Es lief alles hervorragend, wir hatten beste Atmosphäre, angenehme Leute und gutes Essen.“ Inka Pfister von der Arbeitsgemeinschaft fränkische Volksmusik bedankte sich namens des Organisationsteams für die herzliche Aufnahme in Homburg.

Bürgermeister Norbert Endres bedankte sich bei allen Mitwirkenden und hatte den Bürgermeister der Stadt Haßfurt, Günther Werner mit auf die Bühne gebracht. Haßfurt trägt im kommenden Jahr am 7. Juli das Volksmusikfest aus. Gemeinsam stimmten alle Akteure zusammen mit dem Publikum das Schlusslied an: „Kein schöner Land zu dieser Zeit.“ hw