Wertheim

Nachruf Forstdirektor i. R. Werner Löwe im Alter von 94 Jahren gestorben

Der Natur immer sehr verbunden

Wertheim.Wertheim trauert um den langjährigen Leiter des Forstamtes, Werner Löwe. Der Forstdirektor i. R. verstarb am Sonntag, 8. April, im Alter von 94 Jahren.

Löwe war immer der Natur sehr verbunden und genoss es, neben ausgedehnten Reisen, zur Jagd zu gehen. Diese Verbundenheit war bei Werner Löwe, der in Elbing in Westpreußen zur Welt kam, kein Zufall. Bereits viele Generationen vor ihm waren die Löwes in ununterbrochener Reihe Forstmänner. Er habe in seinem Leben unverschämtes Glück gehabt, sagte Werner Löwe vor vielen Jahren einmal gegenüber den Fränkischen Nachrichten. Sein Lebenslauf untermauert diese Aussage.

Nach dem Abitur gehörte Löwe zehn Jahre lang einem Infanterieregiment an und wurde bei diversen Fronteinsätzen fünf Mal verwundet. Als Träger des EK I geriet der Oberleutnant im Jahr 1945 in sowjetische Kriegsgefangenschaft, aus der er erst nach fünf Jahren wieder freikam.

Das noch im Krieg begonnene Studium der Forstwissenschaften setzte Löwe 1950 in Heidelberg fort. Nach den beiden Staatsexamen war er als wissenschaftlicher Assistent im Institut für Waldarbeit an der Universität in Göttingen tätig, bevor ihn sein Werdegang über die Forstämter Heidelberg, Neckargemünd und Schönau nach Wertheim führte, wo ihm 1962 die Leitung des staatlichen Forstamtes anvertraut wurde.

Gezeichnet vom Krieg wollte Werner Löwe ursprünglich Europa verlassen. Doch dann entdeckte der Forstreferent bei einer Erkundungsfahrt mit dem Motorrad das Taubertal und das malerische Städtchen Wertheim. Schell reifte die Idee, an Main und Tauber eine zweite Heimat zu finden. Bis zum Schluss fühlte er sich in seiner Wahlheimat wohl, die neben Rehwild auch tollen Wein bot. Mit seiner Frau Christiane war er seit 1955 glücklich verheiratet. Aus der Ehe gingen drei Söhne und eine Tochter hervor.

Die Geschicke des Wertheimer Forstamtes leitete Löwe 26 Jahre lang und hielt darüber hinaus stets Kontakt. Nicht nur die Hege der Wälder lag Löwe in seiner aktiven Zeit am Herzen, sondern auch die Information der Öffentlichkeit über das Ökosystem Wald und dessen Gefährdung durch die Umwelteinflüsse.

Folgerichtig war Löwe viele Jahre im Bund für Umwelt und Naturschutz Deutschland aktiv.

Durchaus kritisch stand Löwe so manchen „Möchtegern-Ökologen“ gegenüber, die sich den Umweltschutz auf die Fahnen geschrieben haben, ohne allerdings rationalen Zusammenhängen Sorge zu tragen.