Wertheim

Beim Amtsgericht verhandelt Streit mit Schwester und Ehefrau/Strafe wegen Körperverletzung in zwei Fällen

Der Schwester zwei Ohrfeigen verpasst und Messer nach Frau geworfen

Wertheim.In einer Familie im nördlichen Main-Tauber-Kreis kam es bei zwei Gelegenheiten, im November und Dezember 2017, zum Streit. Durch Worte provoziert gab ein Mann seiner Schwester zwei Ohrfeigen und warf Tage später nach gegenseitigen Beleidigungen ein Brotmesser nach seiner Frau. Wegen Körperverletzung in zwei Fällen verurteilte das Amtsgericht Wertheim den 48-jährigen vorbestraften Kraftfahrer zu einer Strafe von zwei Monaten und zwei Wochen, setzte sie aber zur Bewährung aus.

Das Paar wohnt im Haus der Eltern, hat ein gemeinsames Kind und ist stark verschuldet. Die Schwester, eine Metallarbeiterin, wohnt in einem anderen Ort und besitzt Vollmacht über die Konten der Eltern. Ihr fiel auf, dass immer wieder Geldbeträge abgebucht wurden, und vermutete, dass Bruder und Schwägerin dahinter stecken. Im November 2017 besuchte sie die Eltern, und als der Angeklagte nach Hause kam, gerieten die beiden in Streit.

In dessen Verlauf machte die Schwester eine herabwürdigende Bemerkung bezüglich des Kindes und erhielt zwei Ohrfeigen. Die Polizei wurde gerufen, und ihre Ermittlungen veranlassten die Staatsanwaltschaft zur Klageerhebung. Am Silvestertag geriet das Paar vormittags in Streit. Bei dem Angeklagten zeigt sich, so ein psychiatrisches Gutachten, ein „ausgeprägtes Rechthaben Wollen“.

So warf er das Messer nach seiner Frau und traf ihre Brust. Allerdings mit der stumpfen Seite, weswegen es nur geringe Schmerzen verursachte. Auch dies Mal wurde die Polizei verständigt, und die Frau schilderte den Beamten den Vorfall. Ihre Anzeige führte zur zweiten Klage. Nun zur Verhandlung als Zeugin geladen, machte die Frau jedoch von ihrem Aussageverweigerungsrecht Gebrauch.

Daraus zog das Gericht in der Urteilsbegründung den Schluss, dass sie kein großes Interesse an der Strafverfolgung mehr hat. Was das gestörte Verhältnis zur Schwester angeht, meinte die Richterin, es fehle der Justiz die Möglichkeit, entspannend einzugreifen. goe