Wertheim

Leserbrief Zu „Veränderungen nötig“ (FN 11. Juni)

„Der Weg zur echten Volkspartei ist noch weit“

Liebe Frau Fürnkranz, lieber Herr Kuhnmünch,

Ihre Reaktion auf meinen Leserbrief hat mich etwas ratlos gemacht. Mein Anliegen war es, die unterschiedliche Sichtweise auf die „Enteignung“ von Großaktionären und gewöhnlichen Arbeitnehmern ins Bewusstsein zu rufen.

Darauf haben Sie die Gelegenheit gesehen, Ihr Parteiprogramm unter die Leute zu bringen.

Ein Programm, das jeglichen Hinweis auf eine soziale Komponente vermissen lässt.

Wenn man Veränderungen will, hätte man auch überlegen können, wie man das erarbeitete Bruttosozialprodukt gerechter auf Arbeitnehmer und Großaktionäre umverteilen kann.

So könnte das Programm genau so gut von der CDU stammen. Kein Wunder, denn unser „grüner Landesvater“ ist ja inzwischen der beste CDU Ministerpräsident, den Baden - Württemberg je hatte.

Dazu passt auch, dass Ihr „Altmeister“ Joschka Fischer die Agenda 2010 seines Spezi Gerhard Schröder nach wie vor für den großen Wurf hält, dabei vergessend, dass dadurch Tausende von Arbeitnehmern in die Leiharbeit gezwungen wurden, dass „hire and fire“ wieder in war und weiterhin ist und dass wiederum Tausende von Arbeitnehmerinnen und Arbeitnehmern auf sogenannte Aufstockung angewiesen sind, weil sie von ihrem Arbeitslohn nicht mehr leben können.

Hier wären notwendige Veränderungen angebracht.

Aber solche Gedankengänge können Sie offensichtlich Ihrer Klientel aus dem Wohlstandsbürgertum nicht zumuten.

Deshalb halte ich Ihre Aussage, dass Ihnen der Verlust von Arbeitsplätzen unter die Haut geht, auch für „Krokodilstränen“.

Der Weg zur echten Volkspartei für alle Schichten der Bevölkerung ist noch weit.