Wertheim

Burg Wertheim Hardcore-Komiker Bembers machte bei seinen Sprüchen unter der Gürtellinie selbst vor Papst Franziskus nicht halt

Derber Humor traf auf große Begeisterung

Archivartikel

Die Freunde des groben Humors kamen am Samstag im Wertheimer Burggraben voll auf ihre Kosten. Der Komiker „Bembers“ zeigte sein Best-of-Programm.

Wertheim. „Mit alles und Schaf“, nach dem Motto fünf Jahre Hardcore Comedy, lautete der Titel des Programms. „Egal wo ich hinkomme, es gibt immer so Maulaffen“, warf er zur Begrüßung ins Publikum. Eigentlich sei er Jesus Christus und wolle in Wertheim demnächst ein Nagelstudio eröffnen, scherzte er weiter.

Berühmt geworden sei er durch das Internet, sein erstes Video habe er am 21. Februar 2011 auf einer bekannten Videoplattform gepostet. Dadurch sei er „Popoleer“ geworden. Aufgewachsen sei er in der Nürnberger Südstadt, einem Problemviertel. Da könne man froh sein, Komiker geworden zu sein und nicht Drogendealer. Außerdem habe ihm bei nur drei Fernsehprogrammen die Chance auf Bildung gefehlt. Heute gebe es tausend und nachts lerne man in ihnen unter anderem, dass auch Frauen über 40 noch willig sind.

„Ich lasse mir zu Hause keine lustigen Geschichten einfallen, ich habe das alles erlebt“, betonte Bembers. Lammfromm waren bei seinen Erlebnisberichten nur die Schafsfiguren der Bühnendeko. Er selbst hingegen ging in seinen Erzählungen nicht selten unter die Gürtellinie. Zudem trug er sie teilweise mit Kraftausdrücken und Fäkalsprache vor.

Bei seinem Publikum kam Bembers damit an und viele Lachsalven erfüllten die alten Mauern. Er klagte darüber, dass er teilweise das ganze Umherreisen für Auftritte leid sei. „Manchmal kommt man an Orte, da will man nicht mal Tod über den Gartenzaun hängen“, beschrieb er seinen Eindruck von Osnabrück. Da sehe es aus, als hätten Kinder Häuser gemalt oder wie ein „das Haus des Nikolaus Massaker“.

Als junger Mensch habe er eine Nahkampfausbildung benötigt um sich durchsetzen zu können – auch gegen Kampfhunde. „Manche von denen haben einen solchen Unterbiss, da fragt man sich: laufen die über, wenn man im Regen mit ihnen spazieren geht?“ Sein Trick gegen die kleinen bissigen Kläffer „Tief reinlagen und von innen nach außen drehen.“

Er sei als Komiker so erfolgreich, dass die Bank ihn angerufen habe und bat: „Holen sie etwas Geld ab, wir bekommen den Tresor nicht mehr zu.“ Seine Absicht, sich wie alle Stars tätowieren zu lassen ging schief, weshalb er sich am Tätowierer rächte. Sogar der Papst sei tätowiert. Der heilige Vater habe ein Tattoo von Maria mit gespreizten Beinen kopfüber auf der Brust. „In Rosenheim hat es für diesen Spruch Steine gehagelt“, erklärte Bembers. Als Bewährungsauflage habe er an einem Antiaggressionstraining in Jamaika teilnehmen müssen. Dieses bestand aus dem tiefen Inhalieren von Heilkräutern. Er habe danach ausgesehen wie „Hansi Hinterseher auf LSD“ und geglaubt, er könne fliegen, beschrieb er deren Wirkung.

Dem Publikum schwärmte er von seinem riesigen begehbaren Männerkühlschrank vor. Dieser sei so groß, dass er darin mit dem Schneemobil in die Fleischabteilung fahre.

Auch bei einer Polizeikontrolle durch eine sächsische Polizistin in seiner Heimatstadt habe er kein Blatt vor den Mund genommen. „Seit wann hat die Volkspolizei das Recht, in Nürnberg zu kontrollieren“, konterte er. Der Polizist, der dabei stand, sei so klein gewesen, „seine Stabtaschenlampe sah im Größenvergleich aus, wie eine Panzerfaust.“

Ausführlich berichtete Bembers über seine Saunaerlebnisse. „Da war es unerträglich heiß.“ Die Temperatur darin stieg während seines Berichts von anfangs geschätzten 500 Grad stetig ein. Bei der vorgetragenen Geschichte wiederum war die Wahrscheinlichkeit groß, dass es manchen Gästen die Schamröte schon vom reinen Zuhören ins Gesicht trieb.

Im Auto habe er immer einen zehn Liter Eimer weiße Wandfarbe dabei. „Damit kann man sich seinen eigenen Parkplatz malen.“ Er habe sie aber auch für die Rache an einem Autofahrer genutzt, der ihn auf der Autobahn bedrängte. Dabei sei er in der 120er Zone schon 200 gefahren. Dessen BMW habe er mit der Farbe, Holzleim, Bauschaum, Konfetti und vielem mehr dekoriert.

Wider Willen habe er mit seiner Freundin Priscilla zu einem Wellnesswochenende in Baden-Baden gemusst. Dort seien sie auf einen Schönheitschirurgen und dessen Gattin getroffen. „Oder war sie sein Meisterstück?“

Ergänzt wurde das Ganze durch viele weitere Erlebnisse, die er auf seine unverwechselbare Art erzählte.

So berichtete er unter anderem von der Begegnung mit zwei Sektenmitglieder in Anzügen, die an einem Samstagmorgen um neun Uhr bei ihm klingelten. Sie fragten, ob er Zeuge Jehova werden wolle. „Ich habe den Unfall doch gar nicht gesehen“, erwiderte er.