Wertheim

Dicke Überraschung

Archivartikel

Der wohl am meisten gesagte Satz des Abends lautete: „Ich habe damit gerechnet, aber nicht in dieser Deutlichkeit.“ So oder so ähnlich hat man ihn im Sitzungssaal des Wertheimer Rathauses mehr als einmal gehört. Und mit dem klaren Ergebnis war damit auch die Frage geklärt, ob es der Lauffener Markus Herrera Torrez schafft, die jungen Leute, deren Sympathie er relativ schnell bekam, an die Wahlurnen zu bringen. Während Wolfgang Stein versuchte, mit den Errungenschaften der vergangenen Jahre zu punkten, überzeugte Torrez mit Ideen für die Zukunft, wie beispielsweise der Gestaltung eines neuen Stadteingangs. Aber es gab noch einen zweiten Satz des Abends: „Der Stein hat seine Arbeit in den letzten zwei Jahren wirklich gut gemacht.“ Doch dann stellt sich die Frage, warum er es nicht geschafft hat, zu überzeugen. Hat man ihm vielleicht doch Fehler der Vergangenheit angelastet? Oder fehlte in seinem Wahlkampf zu oft das Wort „Vision“? Am Ende hat ihm gar die Kürze des Wahlkampfes geschadet? Jetzt gilt es abzuwarten, wie sich Wolfgang Stein entscheidet. Wird er gemeinsam mit Markus Herrera Torrez an der Spitze die Zukunft Wertheims gestalten oder geht er andere Wege? Zu wünschen wäre es der Stadt, dass er bleibt und alle von seinen Erfahrungen profitieren können. Ein fairer Verlierer war Stein allemal, auch wenn er gestern Abend zu keinem Statement bereit war. Immerhin haben sich Herrera Torrez und Stein nach Verkündung des Ergebnisses die Hände geschüttelt. Vielleicht ist damit ein Anfang für die Zusammenarbeit gemacht.

„Wir brauchen keinen Bürgermeister. Wir brauchen einen Messias“, hatte ein Höhefelder im Scherz nach einer Wahlveranstaltung gesagt, auf der viele Probleme zur Sprache kamen. Nun gilt es, Herr Herrera Torrez.