Wertheim

Hilfsaktion Verein Pirappu unterstützt Geburtshilfestation / Zwei Hebammen aus Indien zu Besuch

Die aktuelle Arbeit vorgestellt

Dietenhan.Kochen auf einer offenen Feuerstelle im Freiem, Wasser in den frühen Morgenstunden am Brunnen holen, Wäschewaschen von Hand mit Seife und Bürste, Reis mit Gemüse zum Frühstück, Mittagessen und Abendessen: Diese ihre Welt in einem kleinen Dorf in Südostindien verließen die indischen Hebammen Agnes und Manimozhi, stiegen in ein Flugzeug und folgten damit einer Einladung des Vereines Pirappu nach Dietenhan.

Dieser Verein aus Wertheim unterstützt seit fast zehn Jahren eine Geburtshilfestation in Anaiyeri in Südostindien. Auf Initiative des Gynäkologen Dr. Wolfgang Donne sowie der Hebammen Hanka John und Theresa Zepp gelang es mit mittels des Bundesministerium für wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung eine Geburtshilfestation in dieser ländlichen Region Indiens zu bauen und in Betrieb zu nehmen.

Durch Spenden von Pirappu werden die Gehälter von fünf indischen Hebammen und ein Großteil der Betriebskosten finanziert, um eine kostenlose medizinische Versorgung der Schwangeren zu ermöglichen. Dadurch verbessert sich die medizinische Versorgung und ermöglicht Vor- und Nachsorgeuntersuchungen in den unterversorgten Dörfern. Daneben leisten die Hebammen in den Dörfern und Schulen Gesundheitsaufklärung. Seit zwei Jahren bewältigen die indischen Hebammen eigenverantwortlich ihre Aufgaben in der Geburtshilfestation. Als Wertschätzung für diese Tätigkeit lud Pirappu zwei dieser Hebammen nach Deutschland ein. Bei ihrem dreiwöchigen Besuch dürfen Agnes und Manimozhi die deutsche Kultur und vor allem die Tätigkeiten der deutschen Hebammen kennenlernen.

Die ersten fünf Tage verbrachten die beiden Hebammen in Dietenhan bei Heidrun und Helmut Wießner, um sich einzugewöhnen. Dort wurden sie herzlich aufgenommen, lernten die deutsche Esskultur und das Leben in einer deutschen Familie kennen. Fasziniert vom Frühling, seiner Blütenpracht, seiner Düfte sowie von der erholsamen Ruhe in Dietenhan, waren sie schnell offen für ein deutsches Frühstück mit Brot und Brötchen und dem Essen mit Besteck. Begeistert waren sie zudem von den sauberen Straßen und Städten und freundeten sich rasch mit den Gastgebern an. Bei einem gemeinsamen Treffen der Projektpartner und einiger Vereinsmitglieder stellten die indischen Hebammen mit Bildern ihre aktuelle Arbeit vor und betonten die große Bedeutung ihrer Tätigkeit für die medizinische Versorgung der armen Landbevölkerung.

Auf dem Programm der Hebammen in Deutschland stehen für die folgenden zehn Tage eine Hospitation in einer Klinik in Wittlich, um die Tätigkeit deutscher Hebammen in Deutschland kennenzulernen. Den Abschluss ihres Besuches bildet ein Aufenthalt in Trier. pir