Wertheim

Die Antwort auf Chuck Norris

Von unserem Mitarbeiter

Warum, liebe Leserin, lieber Leser, mag mir im Moment ein Kinderlied nicht aus den Gehörgängen entschwinden, das, so das allwissende Internet, schon seit Generationen zu Hause, in Kindergärten und Schulen gesungen wird: "Der Herbst, der Herbst, der Herbst ist da." Nein, nein, was wir derzeit erleben, das ist noch lange kein Herbst, das ist immer noch ein zugegeben ziemlich gut getarnter Sommer. Ab Montag soll es, zeitweise zumindest, bereits wieder besser werden mit dem Wetter. Andererseits, für die Meteorologen ist der August nun einmal der letzte Sommermonat. Und das Festbier für die Michaelismesse ist auch schon eingebraut worden. Irgendwie auch ein untrügliches Zeichen dafür, dass es mit dem wirklichen Herbst zumindest nicht mehr allzu lange dauert.

Erinnern Sie sich noch? Vor einer Woche, da herrschte tatsächlich herrliches Wetter. Und das war mit Sicherheit mit ein Grund, für die tolle Resonanz, die der Autofreie Sonntag heuer einfuhr. Kein Dieselskandal trübte da die Stimmung, dieser Treibstoff wurde ja nicht benötigt. Anderer hingegen schon, in flüssiger wie fester Form. Und allerorten war dafür gesorgt, dass er reichlich zur Verfügung stand und die Tanks wieder ordentlich aufgefüllt werden konnten.

Wiewohl, man erzählt sich, dass es in einem Dorf an der Tauber womöglich an Pommes Mangel geherrscht haben könnte. Zumindest war am Vorabend via sozialem Netzwerk zu lesen, man bedürfe etwa 15 Kilogramm tiefgefrorener Kartoffelstäbchen, da man vergessen habe, diese einzukaufen. Ob man an die Fritten noch herangekommen ist, diese womöglich selbst hergestellt - aber wer mochte/konnte in der Nacht von Samstag auf Sonntag noch Erdäpfel in entsprechender Menge geschält und kleingeschnipfelt haben - oder ob man auf diese Speise verzichtet hat, entzieht sich der Kenntnis des Autors.

Auf dem Rad unterwegs war vergangenes Wochenende auch Johannes Moldan. Aber nicht nur. Ehe er die 90 Kilometer unter seine zwei Räder nahm, ist er erst einmal 1,9 Kilometer geschwommen und danach noch 21,1 Kilometer gelaufen. Irre? Nein, Triathlet. Und ein erfolgreicher noch dazu. Denn Moldan hat den Ironman 70.3 in Otepää gewonnen. Sein erster Sieg in dieser Disziplin, der ihm mehr als zu gönnen ist, verlief sein sportlicher Weg doch bei weitem nicht immer schnurgerade und mancher würde ihn wohl auch eher einen Leidensweg nennen. Mehr dazu und das erstaunlich humorvoll gibt es auf seiner Internetseite zu lesen. Mancher hätte vielleicht zwischendurch ans Aufgeben gedacht. Aber wie heißt es so schön über Moldan? "Wir nennen ihn nicht ohne Grund Deutschlands Antwort auf Chuck Norris!"

Weiter oben hatten wir es ja schon mal von Kartoffelprodukten. Wertheims bekannteste Kartoffeln sind bekanntlich derzeit in Arizona, genauer in Phoenix bei den HipHopInternational Battles , unterwegs. Zum Zeitpunkt, da diese Zeilen entstehen, lohnte es sich auch noch, den Hot Potatoes die Daumen zu drücken. Wenn Sie den Text dann lesen, wissen wir schon, ob es was gebracht hat.

Zugegeben, im Wertheimer Bahnhof war ich schon lange nicht mehr. Sonst würde ich vielleicht auch Herrn Rupp kennen. So wie offensichtlich viele andere, denen dann sofort auffällt, wenn er mal nicht auf seinem Platz am Schalter ist. Und die sich dann umgehend Gedanken, manche anscheinend sogar Sorgen, machen, warum er denn wohl fehlt. Es müssen eine Menge Menschen sein, denen das keine Ruhe lässt und die deshalb nachfragen. Weshalb eine Kollegin (von mir) jetzt ein Schild mit dieser Aufschrift entdeckt hat: "Herr Rupp ist nicht krank, es geht ihm gut. Er ist noch nicht in Rente, er hat heute frei!"