Wertheim

Freizeit St.-Lioba-Gemeinde macht Wanderung der besonderen Art

Die Kirchenschließung auch als Chance sehen

Hofgarten.Das Gemeindeteam St. Lioba aus Hofgarten hatte zu einer Wanderung zur katholischen Holzkirche „Unserer Lieben Frau vom Rosenkranz“ nach Dertingen eingeladen.

Startpunkt war der Kinderspielplatz in Bettingen und der Hymer Parklatz. Auf dem Radweg ging es dann weiter nach Dertingen zur Kirche. Hier warteten zusammen mit Pfarrer Jürgen Banschbach nochmals viele Leute, welche die Andacht mitfeiern und etwas über die Geschichte dieses Kirchleins erfahren wollten. Pfarrer Banschbach läutete höchstpersönlich mit der Glocke zur Andacht.

In dem voll besetzten Gottesdienstraum begrüßte er alle und gestaltete die Andacht unter dem Thema „Jesus Christus ist der Stein, der von den Bauleuten verworfen wurde, er ist zum Eckstein geworden“.

In der Predigt ging er dann auf die Geschichte des Kirchleins ein, das 1950 unter großen Schwierigkeiten und unter großem Einsatz der Heimatvertriebenen als Notkirche gebaut worden war. Man entschloss zu diesem Bau, da durch den Zuzug der Flüchtlinge und Vertriebenen die Zahl der Katholiken in Bettingen, Dertingen, Dietenhan, Kembach, Urphar und Lindelbach ständig zunahm. 1961 kam Pfarrer Paul Kauß als Pfarrkurat nach Dertingen und versorgte von dort aus die bereits genannten Gemeinden und zusätzlich auch Eichel und Hofgarten. Seit diesem Zeitpunkt sind die Ortsteile in der Pfarrkuratie St. Lioba zusammengeschlossen.

Sonntags- Gottesdienste wurden in Dertingen und der evangelischen Veitskirche in Eichel abgehalten, abwechselnd auch in Urphar, Kembach und Dietenhan. Mit dem Ausscheiden von Pfarrer Paul Kauß, 1989, wurde St. Lioba von St. Venantius mitbetreut und seit 1999 ist Pfarrer Jürgen Banschbach zuständig für die Kirchengemeinde Wertheim und damit auch für Dertingen.

Seit 2009 wurden in der Kirche keine Eucharistiefeiern mehr hier gehalten und seit 2019, nachdem die Mesnerin Frau Maria Weißbeck nach 40 jähriger Tätigkeit aufhören musste, finden auch keine Gottesdienste mehr statt.

Wie Pfarrer Banschbach erklärte, sieht er dies als Chance an, die evangelische Kirche als gemeinsamen Kirchenraum nutzen zu können.

Nach der Andacht nutzten viele Besucher die Möglichkeit, von persönlichen Erlebnissen in dieser Kirche zu berichteten.

Bei den Teilnehmern war etwas Wehmut zu spüren, weil diese Kirche nun nicht mehr genutzt wird. Zum Abschluss kehrte die Gruppe im Gasthaus Löwen ein. kg