Wertheim

Im Burggraben Lizzy Aumeier und ihre musikalische Begleiterin Svetlana Klimova strapazierten die Zwerchfelle der rund 200 Besucher

Die verbale Keule traf vor allem Männer

Mit einer Auswahl der besten Witze und Aktionen aus gleich drei ihrer Programme strapazierte Lizzy Aumeier die Lachmuskeln von rund 200 Gäste im Burggraben des Wertheimer Wahrzeichens.

Wertheim. Musikalisch begleitet wurde Lizzy Aumeier bei ihrem Auftritt am Freitag von Svetlana Klimova an der Violine und am Klavier. Aber auch Aumeier selbst bewies mit dem Kontrabass musikalisches Talent.

Das Programm der Kabarettistin war ein Rundumschlag von Politik, über die Rollen und Problemchen von Mann und Frau bis hin zur kulturellen Vielfalt in Deutschland. Man habe es im Leben nicht leicht, war der Tenor ihrer ersten Geschichten. Es fing schon bei der Kleiderwahl für den Auftritt an, die ihr Ehemann für sie übernommen hatte. „Sie sei wirklich mit ihm verheiratet, mache aber keinen Gebrauch mehr davon“, verkündete sie.

Das Problem mit zunehmenden Alter sei, man bekommt neue Körperteile, wie ein Doppelkinn an den Achseln. Ganz pragmatisch habe ihr türkische Nachbar ihren Beinbruch nach einem Autounfall gesehen. „Wie schnell dein Rollstuhl fährt“, habe er gefragt. „Sechs Stundenkilometer“, war ihre Antwort. „Da kannst du gleich zu Fuß gehen“, habe er daraufhin festgestellt.

Vielerorts gebe es freundliche Menschen, nur nicht in Nürnberg. Da bekäme man kein herzlich willkommen, sondern nur die Aussage: „Hier können sie nicht parken!“ „Bei einem war sie sich sicher, die ganzen verhungerten Blondinen um sie herum seien nur neidisch. „Zu so einem Körper kommt man nur mit Disziplin, da muss man man halt jeden Abend was essen“, warb sie für ihre Kurven.

Mit teilweisen derben Sprüchen und sexuellen Anspielungen begeisterte sie Männer und Frauen im Publikum gleichermaßen. Ihr Fett weg bekamen sowohl deutsche Politiker als auch ausländische Staatschefs. Über einen von ihnen meinte sie: „Dem wünsche ich kurze Arme und Hämorriden.“ Nicht glücklich war sie auch über den Einsatz von Alexander Dobrindt. Für den gelte das sächsische Sprichwort „Nichts erreicht und trotzdem glücklich.“ Bei Donald Trump hingegen müsse man festhalten: „Die Intelligenz verfolgt ihn, aber er war schneller.“

Aber auch die Kinder würden im allgemeinen immer dümmer, beschrieb sie ihren Eindruck. So habe die Tochter einer Nachbarin zwei Wochen vor den Prüfungen das Abi geschmissen mit der Begründung, dieses könne man Nachholen, das Feiern jedoch nicht.

Auch Publikum war Zielscheibe

So manche Spitze richtete sich auch gegen das Publikum, vor allem Männer mussten hier einiges wegstecken. Über die kulturelle Vielfalt in ihrem Bekanntenkreis berichtete sie in Text und Gesang. Da sein ihr Bekannter, ein türkischer Geschäftsmann, der die Fluglinie „Döner Hebab“ gründete. Weiter ging die musikalische Kulturreise unter anderem zu Italienern, Russen, aber auch Bayern. In ihrem Dorf sei sie von 20 jungen Russen gefragt worden: „Hast du Problem.“

Es sei schön, wie hilfsbereit die seien, interpretierte sie die Aussage. Unter den Russen sei bekannt, dass Alkohol ein gutes Heilmittel ist.

Für Ausländer, die nach Deutschland kommen, sei es wichtig die Sprache zu lernen. Kommen sie dann aber nach Fürth nutze ihnen Deutsch auch nichts mehr. Weiter ging ihre Kabarettreise beispielsweise zu den historischen Völkerwanderungen und ihren möglichen Auswirkungen. Voll bei uns integriert seien inzwischen die Ostdeutschen. „Es gibt keine Ossiwitze mehr.“

Unsicher war sie, ob sich die Frauenquote in Bayern durchsetze. „Natürlich arbeiten Männer härter, weil wir Frauen es schon beim ersten Mal können.“ Die Feststellung kam vor allem einseitig beim weiblichen Publikum an. Aber auch leichte Damen bedachte sie in ihrem Programm. Nachts werben diese im TV für ihre 0900 Nummern. „Die werden alle von Frauen mit Gelenkrheumatismus bestritten“, verwies sie auf deren Stöhnen.

Erotische Tanzeinlage

Weiter fragte sie sich, warum es solche Hotlines nicht auch für weibliche Kundschaft gebe. Ein Mann der alles für eine Frau tut, sei hilfreich, vor allem im Haushalt und das für nur 49 Cent pro Minute.

Als Frau über 50 habe man es schwer, denn keiner schaue einen mehr an. „Ab dem Alter bereiten sich alle darauf vor, gesund zu sterben“, wetterte sie gegen allerlei Gesundheitstrends und Ernährungsmythen. „Die saufen sogar pürierten Kopfsalat.“

Allgemein sei Sport ja wichtig, es solle aber etwas besonderes bleiben, so wie Weihnachten. Sie selbst könne Vegetarismus nichts abgewinnen und tue so Gutes. „Die Rinder furzen das Ozonloch groß und ich habe diesen Feind vernichtet.“

Weitere Themen waren unter anderem Frauenzeitschriften mit ihren Dekorationstipps, Rezepten und darauf folgenden Diättipps, sowie Frauenbilder im allgemeinen.

Besonders viel Applaus erhielt sie für eine erotisch anmutende Tanzeinalge, zu der sie auf englisch sang. Das Publikum war aber auch berufen mitzuraten. So galt es zu Melodien und Bewegungen den richtigen Filmtitel zu nennen. Aumeier gab dabei unter anderem Figuren aus „Fluch der Karibik“ und Herr der Ringe zum Besten.