Wertheim

Wolfsschlucht Concordia Helene und Peter Rauch als neues Prinzenpaar der "Großen" sowie Monique Schomber und Bastian Bannwarth als Regenten der "Kleinen" vorgestellt

Die Wölfe starteten ihre närrische Zeitreise

Das neue Prinzenpaar der WCW kommt aus Waldenhausen. Helene und Peter Rauch regieren die Wertheimer Narren.

Wertheim. Diesmal kamen sie nicht im Schutz der Dunkelheit, sondern am hellen Tag. Wobei hell am Samstag relativ war, denn die Sonne ließ sich nicht blicken, als die Wölfe das Rathaus stürmten und ihre neuen Prinzenpaare proklamierten. Dafür war aber jede Menge Publikum dabei und das trotz unaufhörlichem leichten Regen. Der Stimmung konnte der nichts anhaben.

Mancher Zufallsbesucher der Stadt mochte sich etwas gewundert haben, als um kurz vor 11 Uhr plötzlich Trommeln und Fanfaren über den Marktplatz hallten und sich hinter den Fränkischen Herolden aus Dertingen jede Menge närrisches Volk tummelte. Und das Wundern ging weiter, als man am Engelsbrunnen dann nicht nach rechts in Richtung Hofhaltung, sondern nach links gen Grafschaftsmuseum abbog.

Aber die Wölfe sind in der neuen Saison nun einmal auf einer Zeitreise. Und in noch gar nicht allzu ferner Vergangenheit war das Rathaus nun einmal in der Rathausgasse.

"Endlich sind wir wieder alle vereint", stoßseufzte WCW-Sitzungspräsident Michael Bannwarth und bemerkte, "selbst der liebe Gott vor Freude weint". Er kündigte an, "meine Garde das alte Rathaus stürmt, in dem sich noch ein Widersacher türmt. Aber sie werden ihn zu seinem Glücke zwingen und ihm den Schlüssel noch entringen. Wir stehen hier zwischen historischen Steinen und ein Stein begrüßt uns gleich, das will ich meinen".

Von Schlüsselherausgabe konnte aber noch keine Rede sein. "Die Wölfe stören meine Ruh, doch die Türe, die bleibt zu. Den Rathausschlüssel fordert ihr? Nix da, der ist und bleibt bei mir", ließ sich Bürgermeister Wolfgang Stein "von oben herab" vernehmen. Eigentlich sollte es jetzt einen Knalleffekt geben, vor dem sogar gewarnt wurde. - Doch die von der männlichen Garde mitgeführte Kanone blieb stumm. Da war wohl das Pulver feucht geworden.

Im alten Rathaus kannten sich die Gardisten ganz offensichtlich nicht so gut aus wie im neuen. Und so konnte der Bürgermeister noch aus zwei anderen Fenstern höhnen, "wenn ihr mich sucht, ich bin jetzt hier. Und dieses Haus ist mein Revier", ehe er sich dann doch überwältigen und vor die Narrenschar geleiten ließ.

Dort hatte zwischenzeitlich Oberwolf Heiko Krimmer Hand ans Mikrofon gelegt. Denn nun galt es, die beiden Prinzenpaare zu verabschieden. Sowohl Katharina vom Konfettiberg und Emil eure wirbelnde Eminenz, als auch Susanne I. vom feurigen Vulkan und Michael II. vom Sonnengott hatten ihre Sache hervorragend gemacht. Darin waren sich alle einig.

So einfach traten die vier auch nicht ins Glied zurück. Erst einmal wurde noch gesungen. Selbstbewusst davon, dass man "nur noch kurz die WCW retten" müsse und ins "Hoch auf uns" konnte man allgemein einstimmen. Mit "Die da" leitete das Quartett dann über zur Frage aller Fragen: Wer sind denn nun die Neuen?

Es sind bei den Kindern Prinzessin Monique Schomber und Prinz Bastian Bannwarth, beides fürwahr keine unbeschriebenen Blätter im Wertheimer Nachwuchsfasching. Die "Arbeit", die beiden zu finden, hatten dem Oberwolf noch die ehemaligen Leiterinnen der Kinderfremdensitzung, Monika Busch und Martina Karlein, abgenommen.

Bei der "Großen" musste Krimmer allerdings wieder selbst ran. Und mehr als einmal fragte er sich: "Warum kann ich denn niemanden von seinem bevorstehenden Glück überzeugen, und warum tue ich bei der Suche eigentlich so oft meine Zeit vergeuden?" Manchmal hilft es ja, den Blick über die Stadtgrenzen hinaus schweifen zu lassen. Und siehe da, in Waldenhausen wurde der Oberwolf fündig.

Prinzessin Helene I. vom Hohen Stöckel und Prinz Peter VIII. vom Heiligen Hopfen gaben ihm sofort eine Zusage, wie Helene und Peter Rauch nach ihrer Inthronisation verrieten. Viel Zeit, sich in ihre neue Rolle einzugewöhnen, blieb den beiden nicht. Denn dem Rathaussturm mit anschließender Feier folgte schon am Abend der Saisoneröffnungsball der Wolfsschlucht Concordia in der Main-Tauber-Halle.

Saisoneröffnungsball

Für leidenschaftliche Tänzer war das wohl die schönste Nacht des Jahres, für manche vielleicht auch die anstrengendste. Denn unmittelbar nach der Begrüßung durch Krimmer und seine Stellvertreterin Melina Arnold, dem Einmarsch der Garden und der Vorstellung des frisch gekürten Prinzenpaars ging es los.

Die Showband "Sandy" sorgte dafür, dass sich die Tanzfläche nicht leerte. Und wenn die Musiker mal Pause machten, übernahm auf der kleinen Bühne Roberto Moreno das Zepter und man konnte zu seinen Klängen das Tanzbein schwingen. Praktisch nur ein Mal hatten die Beine Ruhe, dafür bekamen die Augen Futter. Denn die Formationsgemeinschaft Rhein-Main zeigte Standardtänze auf hohem Niveau. Präsentiert wurde das Programm "Duett of Passion".

Die Formationsgemeinschaft, ein Zusammenschluss mehrerer Tanzvereine, geht zurzeit in der Zweiten Liga aufs Parkett. Gut sind dabei die Chancen aufzusteigen und sich damit auch für die Deutschen Meisterschaften zu qualifizieren. Ein Ziel, das die Abteilung "Latein" schon erreicht hat und das die Standardtänzer durchaus erreichen können. In den Wertheimer Ballbesuchern haben sie auf jeden Fall schon einmal viele neue Anhänger gefunden.

Danach war dann wieder "selber machen" angesagt. Und das ging dann bis zum frühen Morgen so weiter. ek