Wertheim

Beim Amtsgericht verhandelt Mit Marihuana Handel getrieben / Siebenmonatige Freiheitsstrafe gegen Auflagen zur Bewährung ausgesetzt

Drogen bei Wohnungsdurchsuchung entdeckt

Wertheim.Beim Amtsgericht Wertheim lauteten die Vorwürfe gegen einen Produktionshelfer aus der Main-Tauber-Stadt, er habe mit insgesamt 108 Gramm Marihuana Handel getrieben sowie ein Gramm in seiner Wohnung aufbewahrt. Entdeckt wurden die Drogen bei einer polizeilichen Durchsuchung.

Die Richterin sah die Fälle als erwiesen an. Sie verurteilte den 28-Jährigen zu einer Gesamtfreiheitsstrafe von sieben Monaten, setzte sie aber gegen Zahlung von 500 Euro Buße an eine gemeinnützige Einrichtung sowie weiteren Auflagen zur Bewährung aus.

Im September 2016 verkaufte der Angeklagte 100 Gramm Marihuana an einen Mann, der sich gesondert vor Gericht verantworten muss. Der Verkaufspreis betrug 650 Euro, wobei sich ein Gewinn ergab. Am 1. Februar 2017 veräußerte er an einen anderen Kunden acht Gramm. Am 8. Februar erfolgte die Durchsuchung. Hintergrund waren Ermittlungen gegen den ersten Käufer. Die Polizei hatte auf dessen Handy den Chatverkehr ausgewertet.

Das tat sie auch beim zweiten Kunden. Auf dessen Handy war zu lesen, zehn Gramm bestellt und in der Nähe der ehemaligen Gaststätte "Burgblick" erhalten. Kurz darauf steht im Chat die Beschwerde, es seien nur acht Gramm gewesen.

Beim Angeklagten fand man bei der Durchsuchung Gegenstände für den Umgang mit Drogen: eine Feinwaage und Zerteiler, jeweils mit Drogen-Anhaftungen. Die Auswertung des Handyspeichers brachte keine Hinweise.

In der Verhandlung räumte der Beschuldigte nur den Besitz ein. Der Mann ist wegen Trunkenheit im Straßenverkehr, Fahrens ohne Fahrerlaubnis und im Jahr 2013 wegen Besitzes von Munition vorbestraft. Vorausgegangen war eine Wohnungsdurchsuchung wegen Verdachts auf Drogenhandel, gefunden wurden nur eine Neun-Millimeter-Patrone und eine geringe Menge Drogen. Bezüglich des Rauschgifts wurde das Verfahren eingestellt.

Im jetzigen Fall bezeichnete die Staatsanwaltschaft angesichts der Aussage des Polizisten alle Vorwürfe als erwiesen. Der Verteidiger betonte, Handyeigentümer und Textschreiber müssten nicht identisch sein. Ohne die beiden Käufer zu hören, seien nicht alle Punkte der Anklage nicht belegt. Der Anwalt beantragte nur wegen des Besitzes eine niedrige Geldstrafe. Das Gericht schloss sich im Urteil der Staatsanwaltschaft an, war aber mit den Ermittlungen nicht ganz zufrieden. Es fehlten die Vernehmungsprotokolle der Käufer. Eine Ladung der beiden zur Verhandlung hätte jedoch nicht viel gebracht, der Aufenthalt des einen ist unbekannt, das Verfahren gegen den anderen nicht abgeschlossen (Aussage-Verweigerungsrecht).

Weitere Bewährungsauflagen sind ein Jahr Überwachung durch unangemeldete Aufforderungen zu ärztlichen Drogentests auf eigene Kosten (je 40 Euro) sowie drei unterstützende Gespräche bei der Suchtberatung. goe