Wertheim

Ehemaliger Landesvorsitzender der Gewerkschaft der Polizei Josef Schneider feiert heute seinen 70. Geburtstag

Durch Zufall und eine Karte zur Polizei

Wartberg.Als er vor fast genau zehn Jahren in den Ruhestand verabschiedet wurde, würdigten ihn zahlreiche Redner unter anderem als „streitbaren Menschen im positiven Sinne“, als „hart in der Sache, aber fair und sauber im Umgang“ oder als „verlässlichen Partner aber entschiedenen Gegner von Schaufensterkämpfen“. Der damalige Landesinnenminister Heribert Rech bescheinigte Josef Schneider, dass er oft den Finger in die Wunde gelegt habe – stets in dem Bestreben, das Beste für die von ihm vertretenen Menschen herauszuholen. Heute feiert der ehemalige Landesvorsitzende der Gewerkschaft der Polizei seinen 70. Geburtstag.

Mit Postkarte beworben

Geboren am 15. April 1949 in Hardheim, die ersten zehn Jahre seines Lebens in Steinbach aufgewachsen, kam Schneider, wie er sich schmunzelnd erinnert, nach dem Schulbesuch „durch Zufall und eine Postkarte“ zur Polizei. Der Zufall war ein Gespräch mit einem Schulkameraden über dessen Pläne für die Zukunft, die Postkarte benötigte Schneider für seine Bewerbung. „Das war damals noch möglich.“ Seine Ausbildung absolvierte er ab April 1966 bei der Bereitschaftspolizei in Lahr im Schwarzwald und „dabei habe ich dann kapiert, was der Ernst des Lebens ist“.

Es folgten einige Jahre Streifendienst beim Polizeipräsidium Mannheim und dann, nach der Versetzung in den Main-Tauber-Kreis 1971, in gleicher Funktion beim Polizeirevier Tauberbischofsheim. 1976 stieg der Jubilar in den gehobenen Dienst auf, Verwendungen in unterschiedlichen Funktionen in Stuttgart und wieder im Main-Tauber-Kreis schlossen sich an, zuletzt als Leiter des Streifendienstes und Vertreter des Revierführers beim Polizeirevier Wertheim.

Für Kollegen engagiert

1993 ließ sich Schneider zur damaligen Außenstelle der Landespolizeischule in Wertheim versetzen und wurde zehn Jahre später zum stellvertretenden Leiter dieser Einrichtung bestellt, die nun eine Außenstelle der Akademie der Polizei Baden-Württemberg war. 2002 wurde Schneider zum Polizeirat, 2005 zum Polizeioberrat befördert.

Schon früh in seiner Laufbahn setzte er sich für die Interessen der Kollegen ein, war auf verschiedenen Ebenen und in diversen Einrichtungen Mitglied des jeweiligen Personalrats. Von 1984 an war er ehrenamtlich im geschäftsführenden Landesvorstand der Gewerkschaft der Polizei, Landesbezirk Baden-Württemberg, tätig. Ab 1988 war er, mit einer knapp zweijährigen Unterbrechung, stellvertretender Landesvorsitzender, von 2001 bis zum April 2009 Landesvorsitzender und Mitglied im Bundesvorstand. Nach seinem Ausscheiden wurde er zum Ehrenlandesvorsitzenden ernannt.

Versprechen an die Ehefrau

Bei seiner Verabschiedung im Bernhardsaal des Klosters Bronnbach bekannte Josef Schneider: „Wenn ich von etwas überzeugt bin, dann bin ich das auch. Wenn ich bissig bin, dann bin ich das – und dann sehe ich auch so aus“. Seiner Frau Sonja versprach er damals, er wolle versuchen, „ein wenig von dem auszugleichen, was ich bisher versäumt habe“. Seit 1974 sind die beiden verheiratet, seither wohnen sie auch auf dem Wartberg. Drei Töchter sind aus der Ehe hervorgegangen, vier Enkelkinder komplettieren die Familie.

Um sie zu besuchen, ist der Pensionär viel mit der Deutschen Bahn unterwegs „und könnte entsprechende Geschichten erzählen“. Außerdem kümmert er sich um den großen Garten, macht Hausarbeit und: „Ich kann mittlerweile relativ gut kochen.“ Ab und zu bastelt der Sohn eines Schreiners auch noch.

Erwähnenswert ist darüber hinaus sicher seine Tätigkeit als Autor. Sein Fachbuch über das „Landespersonalvertretungsgesetz Baden-Württemberg“ ist inzwischen in achter Auflage beim Boorberg-Verlag in Stuttgart erschienen.

Geburtstag gefeiert wird heute im Kreis der Familie. Den Glückwünschen schließen sich die Fränkischen Nachrichten an. ek