Wertheim

Ortschaftsrat Grünenwört Erneut Diskussion um die Situation auf der L 2310 / Haushaltsanforderungen für 2020 besprochen / Nur Ludwig Oberdorf macht weiter

Durchgehendes Tempolimit gefordert

Die Grünenwörter Ortschaftsräte und Bürger waren sich in der Sitzung am Mittwoch im Rathaus einig: Man will das Dorf gemeinsam voranbringen.

Grünenwört. Erörtert wurden auf der Sitzung des Ortschaftsrates unter anderem die Haushaltsmittelanforderungen für 2020. Neben Punkten, die schon länger auf der Wunschliste stehen, kamen auch neue Mittel im Bereich des Mehrzweckgebäudes dazu.

So soll der Hallenboden im großen und kleinen Saal eine Sonderreinigung erhalten. „Laut Fachleuten ist er noch in einem so guten Zustand, dass kein Austausch erforderlich ist“, sagte Ortsvorsteher Ludwig Oberdorf. Durch die Sonderreinigung könne sein Aussehen aber deutlich verbessert werden.

Zusätzlich soll an den Fenstern in der Küche des Gebäudes ein Rollladen als Schutz gegen Sonne und Hitze angebracht werden. Im großen Saal wünscht man sich die Erneuerung der Heizkörper. Auch im Kindergarten sollen Fenster mit Sonnenschutz versehen werden.

Ortschaftsrätin Kerstin Nenner schlug ergänzend vor, auch den Boden im Jugendraum speziell reinigen zu lassen. Schon länger auf der Wunschliste des Dorfs steht die energetische Sanierung des Rathaus in der Bergstraße. Das Dach soll isoliert und die Fenster erneuert werden. „Durch eines der oberen Fenster regnet es schon herein“, so Oberdorf.

Schlechtes Straßenstück

Weiterhin soll die Straßendecke der Ortsdurchfahrt Lange Straße von der Abzweigung Bergstraße bis zum Friedhof erneuert werden. Die Straße sei holprig und das schlechtes Straßenstück des ganzen Dorfs. Der grobe Wegbelag des „Viehtriebs“ (Säutriebs) sollte ausgebessert oder erneuert werden. Zudem wünscht man sich einen Treppenabgang entlang des Mehrzweckgebäudes vom oberen Eingang zum Eingang des Kindergartens.

Die Eltern würden mit ihren Kindern hier über die Wiese laufen. In der Diskussion zu diesem Punkt wurde deutlich, dass die Innentreppe zum Kindergarten nicht nutzbar wäre, da das Gebäude sonst die ganze Zeit offen stehen müsste.

Ortschaftsrätin Brigitte Kohout sagte, sie sei generell mit der Idee einverstanden. Sie betonte aber, es gebe wichtigere Punkte in den Haushaltsmittelanforderungen. Der Zugang zum Kindergarten sei auch mit einigen Metern Umweg über die Straße zu erreichen.

Aus Reihen der Bürger wurde angeregt, den Bereich des Friedhofseingang mit gezielten Pflanzungen zu verschönern. Hier könnte man einen Landschaftsgärtner zu Rate ziehen. Außerdem wurde ein Radständer für Friedhof und Kirche gewünscht.

Bei letzterem könnte man mit der Kirche über eine gemeinsame Lösung sprechen, schlug Kohout vor. Weitere Ideen für Haushaltsmittelanforderungen können die Bürger den Räten mitteilen. Die Priorität der einzelnen Anforderungen wird das Gremium in nichtöffentlicher Sitzung festlegen.

Vorgestellt wurden in der Sitzung auch die Kandidaten für den Ortschaftsrat bei der Kommunalwahl am 26. Mai. Vom bisherigen Gremium kandidiert nur Oberdorf erneut. „Ich möchte, dass auch junge Leute im Dorf kandidieren“, begründete Brigitte Kohout ihren Verzicht.

Sie freute sich, dass sich viele junge Frauen bereiterklärt haben, zu kandditieren. „Ich bin stolz darauf, dass wir die einzige Ortschaft mit einer reinen Frauenliste sind. Wir sind da ein Vorbild für ganz Wertheim“,so Brigitte Kohout. Bei solch einem Engagement könne man sich beruhigt zurückziehen. Kerstin Nenner sagte, sie sei die letzten zehn Jahre Mitglied des Rates gewesen. „Ich habe es gern gemacht, jetzt sind andere dran“, ergänzte sie.

Viele junge Frauen

Insgesamt kandieren acht Bürgerinnen und Bürger auf einer Männer- und einer Frauenliste. Dies sind bei den „Demokratischen Bürger Grünenwört“: Thorsten Klein, Bernhard Meister, Jan Momberg und Ludwig Oberdorf. Auf „FIDO - Frauen in den Ortschaftsrat“ stehen Angela Schwab, Carmen Schmitt, Carmen Bartholme und Barbara Neuhoff.

Ludwig Oberdorf dankte allen Kandidaten für ihre Bereitschaft, sich in den Dienst für die Ortschaft zu stellen und Verantwortung zu übernehmen.

Bei den Bürgerfragen ging es erneut um die L 2310. Kritisiert wurde, dass für den Bereich zwischen dem ehemaligen Roller und der Zufahrt ins Grünenwörter Neubaugebiet keine Geschwindigkeitsbegrenzung für 70 Stundenkilometer gilt. Alle Anwesenden sahen keinen Sinn darin, für wenige hundert Meter zwischen zwei 70er Zonen wieder Tempo 100 zu erlauben. Brigitte Kohout stellte fest, dass man bei der jährlichen Verkehrsschau jedes Jahr eine solche Begrenzung für den Bereich beantrage.

Als Reaktion auf die Anträge habe es nur die durchgezogene Linie und das neue Hinweisschild für die Ortseinfahrt gegeben. Die Autofahrer hätten durch den kurzen Tempo-100-Abschnitt kaum Zeitvorteile. Für die Fußgänger, welche die Straße dort queren wollen, und für die Kinder an der Bushaltestelle an der L 2310 sorge er jedoch für große Gefahr. Durch eine Begrenzung auf Tempo 70 könne man auch gefährliche Überholmanöver verhindern, war Oberdorf überzeugt.

Kohout bezeichnete die Verantwortlichen der Verkehrsschau in diesem Punkt als „stur“. Aus Reihen der Einwohner wurde eine Unterschriftenliste angeregt, um deutlich zu machen, dass die Dorfbewohner hinter der Forderung stehen. „Die Verantwortlichen sollen sich mal einen Tag lang die Stelle anschauen“, sagte ein Bürger. In anderen Städten gebe es sogar auf Bundesstraßen außerorts längere Abschnitte mit Tempolimit 70. Wird ein erneuter Antrag wieder nicht von Erfolg gekrönt sein, will man sich direkt mit einer Eingabe an das Regierungspräsidium Stuttgart wenden.