Wertheim

Runder Geburtstag Alfred Schwab wurde am Sonntag 80 Jahre alt

Ein Leben für die Dorfgemeinschaft

Höhefeld.Seit wie vielen Generationen seine Familie schon in Höhefeld angesiedelt ist, weiß Alfred Schwab gar nicht. Was aber alle wissen: Dass der Jubilar, der am Sonntag, 13. Mai, seinen 80. Geburtstag feierte, viel für seine Heimatgemeinde getan hat. Das Bürgerhaus, das während seiner Zeit als Ortsvorsteher entstand, ist eindrucksvolles Zeichen dafür.

Zur Welt gekommen ist Alfred Schwab 1938 in Würzburg, wuchs dann auf dem Bauernhof seiner Eltern auf und ging in die Schule – in den letzten Kriegsjahren aber eher behelfsmäßig. „Da hat irgendwer versucht, uns zu unterrichten“, erinnert sich der Jubilar. Nach der Volksschule wechselte er an die Landwirtschaftsschule in Wertheim. Nebenher half er bereits im elterlichen Betrieb mit, den er beim Renteneintritt seiner Eltern übernahm. Heute betreibt sein Sohn den Hof, aber Schwab hilft immer noch mit. „Mir würde sonst etwas fehlen“, betont der Rentner. Und er freut sich, dass er das noch machen kann. „Die Leute bewundern, wie fit ich noch bin.“

Auch andere Jobs hat Schwab im Laufe seines Lebens übernommen, die der Gemeinschaft dienten: Ob er als junger Mann beim Autobahnausbau bei Dertingen half, um sich ein Taschengeld dazu zu verdienen, oder 32 Jahre im freiwilligen Polizeidienst mit auf Streife ging. Er war vor allem in Wertheim unterwegs, wurde aber auch außerhalb eingesetzt. „Es war die Zeit der Baader-Meinhof-Gruppe und es haben Polizisten gefehlt.“ Eine schöne Erinnerung ist, als er einmal auf dem Hockenheimring bei einem Rennen Dienst tun durfte.

Ehrenamtlich engagiert

Doch es ist nicht nur die berufliche Tätigkeit, für die seine Höhefelder Mitbürger ihn kennen und schätzen, sondern vor allem sein ehrenamtliches Engagement. Dies geht los mit Vereinsmitgliedschaften, ob im Obst- und Gartenbauverein, bei der Freiwilligen Feuerwehr, seit 60 Jahren im Gesangverein oder als Gründungsmitglied und späterer Vorsitzender des Fanfarenzugs. Über diese Tätigkeit rückte er 1973 in den Gemeinderat nach, der 1975 zum Ortschaftsrat wurde. Die „Zwangseingliederung“ nach Wertheim ärgert ihn immer noch etwas. „Gemeinsam mit Reicholzheim haben wir dafür gekämpft, eigenständig zu bleiben“, denkt er zurück.

Parteilos gehörte er dem Gremium bis 2009 an, ab 1999 als Ortsvorsteher. In dieser Zeit trieb er die Entstehung des Bürgerhauses voran. „Die Vereine hatten nichts, wo sie sich treffen konnten. Wir brauchten das, wie andere Gemeinden auch“, erinnert er sich. So wurde die alte Volksschule umgebaut und 2008 das neue Herzstück des Dorfes eröffnet. Außerdem standen in der Zeit die Waldbereinigung, die Erschließung und Erweiterung des Neubaugebiets und der Anschluss an die Aalbach-Wasserversorgung auf der Agenda.

Seit 1967 ist Schwab verheiratet, hat einen Sohn, eine Tochter und drei Enkelkinder. Mit diesen wurde im kleinen Kreis gefeiert. Die Familie steckt gerade mitten im Hausumbau, außerdem hätten sie im vergangenen Jahr ein großes Fest anlässlich ihrer Goldenen Hochzeit gefeiert, berichtet das Geburtstagskind.

Auf Reisen geht es dieses Jahr auch noch: Nicht wie sonst mit dem Angebot des Landwirtschaftsamts, sondern mit dem Partnerschaftsverein nach Salon-den-Provence. Zurückkehren wird er dann wieder mit neuen Erfahrungen in „sein“ Höhefeld. nad