Wertheim

Vereine Die "NasSingers" feierten mit einem Liederabend ihren 25. Geburtstag

Eine beeindruckende Vielstimmigkeit

Nassig.Die "NasSingers" des Gesangvereins Nassig feierten am Wochenende ein "25-Jahr-Jubiläum". Bei dem Chorabend am Samstag in der örtlichen Wildbachhalle zeigten die gleich neun teilnehmenden Chöre auf schöne Art und Weise das gemeinschaftliche Erlebnis des Singens. Dies geschah zum einen im jeweils eigenen Chor, zum anderen in der großen Familie der unterschiedlichen Chöre. Das Konzert war von seiner Qualität her dem Anlass des Jubiläums wunderbar angemessen.

Axel Kempf, Vorsitzender des Gesangvereins Nassig, hieß die vielen Besucher im vollen Haus in gereimter Form und in wohltuend lockerem Tonfall willkommen. Er unterstrich "wir feiern mit Freud'" und bezog in das Zitat "im Wesen der Musik liegt es, Freude zu bereiten" die große Zahl an Gastchören natürlich mit ein. Alle eingeladenen Chöre waren auch gekommen, was zu einem über dreistündigen Programm führte.

Die Chöre hatten viel Schönes mitgebracht, ihre musikalischen Glückwünsche gesanglicher und in-strumenaler Natur waren allesamt von Herzen kommend und zu Herzen gehend. Ein bunter Strauß an Melodien und an gelungenen künstlerischen Ausdrucksformen ließ die breite Vielfalt musikalischen Tuns miterleben innerhalb einer harmonischen Reise durch die vielen schönen Facetten der Klänge und Gedanken.

Der evangelische Posaunenchor Nassig-Sonderriet (Leitung Herbert Dosch) sorgte für einen peppigen Beginn, die Kirchenmusiker wagten sich mit der klassischen "Fuchsgrabenpolka" und "I will follow him" erfolgreich in andere Gefilde. Die Gastgeber der "NasSingers" (Leitung Marion Winkler) erfreuten bei "Unsere kleine Nachtmusik" mit anspruchsvoller Chormusik, bei "Heast as net" mit einer Ballade zwischen Volksmusik und Pop-Rock, luden mit "Un poquito Samba" ein zum Feiern.

Die Chöre stellten ihre Beiträge allesamt selbst vor. "Liederquell" Umpfenbach (Leitung Juliane Platz) verpackte seine drei Titel "Die Gedanken sind frei", "Mambo" und "An Irish Blessing" in einen kunstvollen "Brief an das Leben". Der Männerchor von "Frohsinn" Sachsenhausen (Leitung Petra Röhrig) hatte extra ein Geburtstagslied gedichtet und eingeübt, alle konnten mitmachen, denn "beim Singen bleibt keiner allein". Es folgten vom gleichen Chor mit "Auf dem Hühnerhof" ein sehr lustiger Beitrag und mit "Solang man Träume noch leben kann" ein mehr tiefsinniger Beitrag.

Der bunte Reigen setzte sich fort mit "Imaté" Reicholzheim (Leitung Eberhard Feucht). Man hörte hier mit "Kriminal-Tango" einen Schlager aus 1959, mit "The Little Mermaid" ein vier Lieder umfassendes Medley aus einem Disney-Film sowie bei "Celebremos" lateinamerikanische Musik in Richtung auf das nicht mehr so ferne Weihnachtsfest. Der Chor "mainTon" Kleinwallstadt (Leitung Dr. Willi Wagner) bot mit "Cantemus" eine gleichermaßen getragene wie schwungvolle Melodie, bei "Sweet Dreams" die Sicht auf das, was Menschen umtreibt und bei "If This Is It" die gesungene Akzeptanz einer Situation.

Die Chöre des Abends bewegten sich hörbar in unterschiedliche Literatur, zeigten beeindruckende Vielstimmigkeit, saubere Intonation, rhythmische Präzision, stilsichere Interpretationen, an der eigenen Schaffenskraft ausgerichtet. Feine Nuancen waren ebenso zu vernehmen wie kräftig intonierte Passagen, die Chöre ornamentierten den melodischen Erfindungsreichtum der Komponisten mit individuellen künstlerischen Gedanken. Ein aufmerksames Publikum ließ auch die leisesten und feinsten Töne in den hinteren Reihen vernehmen.

Nach einer Pause trat der evangelische Posaunenchor Nassig-Sonderriet zum zweiten Mal auf, ent-führte mit "Highland Cathedral" Schottland, um dann beim "Abendlied" zu den eigenen musikalischen Wurzeln zurückzukehren.

Der "Liederkranz" Hardheim (Leitung Bärbel Mitsch) präsentierte nacheinander den Walzer "Hereinspaziert", den alten Schlager "Junger Mann im Frühling" sowie das Volkslied "Ein Jäger längs dem Weiher ging".

"Frohsinn" Boxtal (Leitung Eleonore Klein) bewirkte bei "Wer singt, hat mehr vom Leben" viel Kopfni-cken in der Zuhörerschaft, besang bei "Kann es wirklich Liebe sein" den Zauber des Augenblicks und präsentierte mit "Shei gobe" sein abendliches Abschiedslied.

"Woukäl Äwenju" Eichenbühl (Leitung Klaus Becker) griff bei der Liebeserklärung "Weus'd a Herz hast wie a Bergwerk" fröhliche und traurige Momente auf, sang mit "Signore delle cime" ein Lied wie ein Gebet an den lieben Gott und führte "Das Rendezvous" zu einem durchaus überraschenden Verlauf.

Bei den einzelnen Vorträgen war die Begeisterung für die Musik ebenso heraus zu hören wie die Bereitschaft zur Leistung in der Gruppe. Die Chöre zeigten ihre Stärken, zauberten musikalische Gemälde mit einem Reichtum an Klangfarben, heimsten von den andächtig zuhörenden Mit-Chören und Nicht-Sängern viel verdienten Applaus ein, manchmal auch "Bravo"-Rufe und sonstige Bekundungen zustim-mender Art.

Die Gastchöre hatten ihre Glückwünsche individuell verpackt mitgebracht, natürlich vor allem musikalisch.

Abschließend zeigten die "NasSingers" nochmals gemeinsame Freude am Gesang mit "Marmor, Stein und Eisen bricht" sowie "Tourdion", zwei Liedern weit unterschiedlicher Prägung. Rufe um Zugabe blieben nicht aus, der Jubiläum feiernde Chor beschloss den abwechslungsreichen und stimmungsvollen Abend voller musikalischer Pointen mit einem eindeutigen "Das Konzert ist zu Ende". hpw