Wertheim

Lesermeinung Zum Artikel „Bis abends ist man durchgeravt“ (FN, Mittwoch, 26. September)

Einen anständigen Kompromiss im Sinne von Rave und Rock finden

Archivartikel

Das Ausgrenzen bestimmter Musikrichtungen bei Veranstaltungen auf der Wertheimer Burg habe ich erwartet – das war in Wertheim schon immer so und wird sich auch nicht ändern.

Wer schon einmal versucht hat, in Wertheim etwas Neues zu etablieren, kennt die Szenarien: „Was soll denn das werden?“

Es wird jede Eventualität eines Konfliktes oder Widerspruches bereits im Vorfeld in Erwägung gezogen, und das geht so weit bis keiner überhaupt noch Lust hat, etwas zu machen.

Erstaunt bin ich über die schnelle Reaktion unserer Verwaltung – die habe ich da anders in Erinnerung. Als in öffentlichen Stadtteilbeiratssitzungen Bürger vernünftige Anliegen hatten, da wurde sich gewunden wie der „Wurm am Angelhaken“, damit alles beim Alten bleibt.

Wertheim hat vor Jahren die Burg samt Areal erworben – die Räte haben zugestimmt. Als man dann letztendlich einsehen musste, dass hier massive Investitionen in alle erdenkliche Richtungen getätigt werden mussten, hat man überlegt, wie man diese Anlage attraktiver gestalten kann.

So richtig hat das jedoch nicht gezündet. Dann hat man sich einen Burg- und Altstadtmanager gesucht und mit Herrn Schlager einen engagierten und überaus fähigen Mitarbeiter gefunden, der bereit war, neue kreative Wege zu gehen, um die Burg und Altstadt attraktiver zu machen.

In einem früheren Gespräch mit Herrn Schlager hatte ich mir im Nachhinein bereits gedacht, dass dies scheitern wird, da in Wertheim oder Kreuzwertheim sich bestimmt irgend jemand beschweren und dem umgehend nachgegeben wird.

Man ignoriert, dass auch diese Musikrichtungen der Kunst zugeordnet werden und Wertheim über die Region hinaus im positiven Sinne bekannt gemacht haben.

Sollte hier nicht ein anständiger Kompromiss im Sinne von Rave und Rock entschieden werden, sei den Verantwortlichen in der Verwaltung angeraten, den letzten Punkt in der Veröffentlichten Anzeige „Wohnen in Wertheim“ in der FN-Anzeigenveröffentlichung zur Michaelis-Messe dahingehend abzuändern und den Punkt „mit vielfältigsten Kultur-, (. . . )Attraktionen“ am besten ganz zu streichen, da es sich hierbei nach meiner Meinung um eine unwahre Aussage und somit um eine „unsachliche Beeinflussung“ oder „irreführende Werbung“ im Bezug auf Wertheim handelt.

Für den Fall, dass mit der Burg wieder rote Zahlen geschrieben werden, könnte man dann eine neue Steuer erfinden oder eine bestehende anheben, damit diese Defizite ausgeglichen werden. Dies fördert dann mit Sicherheit den Standort Wertheim. Ich habe noch viel mehr Boshaftigkeiten auf Lager, will aber hiermit das Thema abschließen.

So lange keine rechtlichen Vorgaben gebrochen werden und kein Mensch zu Schaden kommt, ist es für mich durchaus vertretbar, derartige Veranstaltungen wie den Burg Rave- oder Metal-Konzerte auf der Burg zu veranstalten.

Der Kompromiss, der hier gesucht wird, heißt für mich ganz klar: Es wird auch künftig eine bestimmte Anzahl an Abenden Rave- oder Metal- Veranstaltungen geben, und es gibt in Wertheim keine Ausgrenzung von Musikrichtungen!