Wertheim

Einfach mal der Stadt vertrauen

Von unserem Mitarbeiter

Der Alltag hat uns wieder. Die Ferien sind für alle, der Urlaub ist für die allermeisten vorbei. Auch für den Autor dieser Zeilen. Deshalb an dieser Stelle: Einen schönen guten Tag wünsche ich Ihnen liebe Leserinnen und Leser. Wollen wir heute einmal mit einer wirklich guten Nachricht beginnen? Das Projekt "Gesundheitsbotschafter", das die Reicholzheimerin Elena Spall und ihr Verein "Future EDM" im Senegal initiieren wollen und über das wir auch in dieser Zeitung berichtet haben, ist vollständig finanziert.

Schon am Tag der Spendenaktion - das war am vergangenen Donnerstag vor einer Woche - waren 11 735 Euro zusammengekommen, von 12 000 Euro, die insgesamt benötigt werden. Und auch der kleine Rest konnte innerhalb kurzer Zeit noch gesammelt werden. In einer E-Mail schrieb die Studentin, die ja derzeit in Lübeck lebt: "Beim Durchschauen der Spendenkommentare fiel mir auf, dass ein sehr großer Teil der Gelder aus Reicholzheim und der Wertheimer Umgebung kam." Das kann sie sicher als Zeichen der Anerkennung für ihre Arbeit empfinden und des Vertrauens der Menschen in ihrer alten Heimat, dass das Geld, so wie in all den Jahren auch, genau dorthin gelangt, wo es hinkommen soll.

Hoffentlich viele Runden

Elena Spall und ihr Engagement im und für den Senegal wurde ja auch schon einmal beim Benefizlauf des Dietrich-Bonhoeffer-Gymnasiums finanziell bedacht. Morgen werden nun in der Quätschicharena in Kreuzwertheim (hoffentlich viele) Runden zugunsten der "Zulu-Aids-Hilfe" und ihres Projektes "Khula Community Centre" in Südafrika gedreht. Das Wetter scheint ja, auch wenn es sich derzeit so gar nicht spätsommerlich präsentiert, ein Einsehen mit dieser bemerkenswerten Veranstaltung und ihren jungen Organisatorinnen und Organisatoren zu haben. Die Temperaturen sollen zwar herbstlich anmuten, aber angeblich will sich die Sonne ab und an blicken lassen und es soll vor allem trocken bleiben.

Der Kreuzwertheimer Marktgemeinderat ist nun also wieder vollzählig. Und er hat sich deutlich verjüngt. Auch wenn Edgar "Eddy" Schaefer natürlich nicht so aussieht und beileibe nicht so wirkt - er ist (mehr als) doppelt so alt wie sein Nachfolger Steffen Schütz. Ob dieser wiederum seinen Vorgänger am Dienstag zumindest leise verflucht hat, ist nicht überliefert. Schütz "durfte" gleich zu Beginn seiner kommunalpolitischen Laufbahn einen absoluten "Höhepunkt" erleben: Die wortwörtliche Verlesung von 30 Seiten Stellungnahmen, Bedenken und Anregungen der Behörden und sonstiger Träger öffentlicher Belange zur geplanten Ausweisung von Gewerbeflächen in Unterwittbach. "Mensch Eddy, wärst Du doch erst zum 30. September ausgeschieden", mag sich Schütz da gedacht haben.

Puste ging aus

Immerhin konnte man bei diesem Tagesordnungspunkt etwas erleben, das sonst auch nicht alle Tage vorkommt: Bürgermeister Klaus Thoma ging die Puste aus. Irgendwann konnte oder wollte er nicht mehr und erklärte Geschäftsstellenleiter Andreas Drescher zum "Vorleser". Der Bürgermeister beschränkte sich fortan darauf, den jeweiligen Beschlussvorschlag vorzutragen und zur Abstimmung aufzufordern.

Katze aus dem Sack

Nun ist die Katze also so halb aus dem Sack, auch wenn die ganze Geschichte noch nicht wirklich in trockenen Tüchern ist. Auf "Kaufland" soll "Norma" folgen in der Lindenstraße, die Nahversorgung in der Altstadt wäre also auch weiterhin gesichert. Es ist ja zwischenzeitlich Mode geworden - und manchmal vielleicht auch berechtigt - "denen da oben", seien das nun Politiker oder Verwaltungen grundsätzlich zu miss- und alles zuzutrauen. Zumindest manchmal könnten sie es aber auch verdient haben, dass man ihnen vertraut.

So wie in diesem Fall, wie es jetzt den Anschein hat. Schließlich wurde von Anfang an kommuniziert, dass man sich um eine Nachfolgelösung intensiv bemüht. Und dass es häufig ganz und gar nicht dienlich ist, wenn man zu früh an die Öffentlichkeit geht, dürfte nachvollziehbar sein.