Wertheim

Sommerkonzert der Musikschule Wertheim Gruppen und Solisten sorgten für einen stimmungsvollen Abschluss des Schuljahrs

Einige musikalische Ausrufezeichen gesetzt

Stimmungsvoller Schuljahresabschluss: Viel Beifall verdienten sich die Künstler der Musikschule Wertheim beim Sommerkonzert im Arkadensaal.

Wertheim. „Das Beste kommt zum Schluss“, heißt es ja gemeinhin. Stimmt! Denn so war es auch beim Sommerkonzert der Musikschule Wertheim am Freitagabend im Arkadensaal des Rathauses. Sogar zweimal: unmittelbar vor der Pause und am Ende des knapp zweistündigen Programms. Doch wird diese Bewertung all denen nicht gerecht, die jeweils davor ihre Auftritte hatten. Schließlich gaben auch sie ihr Bestes. Das Publikum sah es genauso und geizte nicht mit Beifall.

Präsentation der Gruppenarbeit

Ein Schwerpunkt, darauf hatte Musikschulleiterin Fedra Blido zu Beginn hingewiesen, lag auf der Präsentation der Gruppenarbeit. So übernahm auch das erweiterte Blockflötenensemble unter der Leitung von Marion Lohmann den klangvollen Auftakt mit „The Arrival of the Queen of Sheba“ von Georg Friedrich Händel.

Aber natürlich durften auch Solisten nicht fehlen. Wie etwa der gerade einmal sieben Jahre junge Johann Rechenberg, der mit seinem Lehrer Michael Geiger Beethovens „Ode an die Freude“ intonierte. „Ich lieb den Frühling“, das könnte auch „Die Biene Maja“ gesagt haben. Hanna Kirchner, auch erst sieben, spielte die beiden Stücke von Karel Svoboda auf der Harfe. Sie wird ebenso wie die zwei Jahre ältere Stella Redel von Christine Eberherr unterrichtet. Stella zupfte „Elephant Parade“ von Jane Weidensaul.

Über die musikalischen Fertigkeiten von Magdalena Merklein (acht Jahre) und Theresa Genise (neun Jahre) durfte man schon bei früherer Gelegenheit staunen. Jetzt überzeugte das Violinen-Duo mit dem „Ungarischen Lied“ und dem „Polster Tanz“ von Béla Bartók. Beide besuchen die Klasse von Arkadij Satanowskij. Das tut auch Klara Weis. Die Elfjährige brachte den dritten Satz Rondo aus dem Konzert D-Dur, Opus 27 Nummer zwei von Friedrich Seitz zu Gehör.

Und noch einmal Beethoven und noch einmal „Freude schöner Götterfunken“. Mit ihrer Klarinette gab die zehnjährige Lena Busse, die von Valentin Scheffzek unterrichtet wird, der „Europa Hymne“ eine ganz andere Klangfarbe als zuvor Jung-Hornist Rechenberg.

Mag die Serie im Fernsehen zu Ende sein, das Thema aus „Game of Thrones“ bleibt. Für das Stück von Ramin Djawadi, arrangiert von Michael Brown, trat der zwei Jahre ältere Luis Busse mit der Trompete an die Seite seiner Schwester Lena. Das Duo überzeugte. Luis wird von Michael Geiger unterrichtet.

In der Mitte der „ersten Halbzeit“ rückte das Klavier in den Blickpunkt. Zunächst mit den Geschwistern Luise (zwölf) und Leopold Braun (15) an den Tasten. Sie lieferten mit dem „Ungarischen Tanz Nummer 5“ von Johannes Brahms ein weiteres Beispiel ihrer musikalischen Klasse ab. Ihnen in nichts nachstehend begeisterte die 17-jährige Antonia Ebert mit dem ersten Satz Prélude aus der D’Suite „Pour le Piano“ von Claude Debussy. Alle drei sind sie Schülerinnen beziehungsweise Schüler von Fedra Blido.

Eines der Hauptwerke von Marc-Antoine Charpentier ist das Präludium aus dem Te Deum. Bekannt ist es auch als Eurovisions-Fanfare. Das von Michael Geiger unterrichtete Trompeten-Trio mit Luis Busse, dem 13-jährigen Christian Hartke und dem gleichaltrigen Konstantin Ziegler erfreute damit und mit dem Traditional „When Johnny comes Walking“ das Publikum.

Fulminanter Auftritt

„Fiddlers on Stage“, so hieß das programmatische erste Stück des Streichorchesters der Musikschule unter der engagierten Leitung von Arkadij Satanowskij. Es stammt ebenso wie „Dorothys Waltz“ von Andrea Holzer-Rhomberg. Mit beiden Darbietungen sorgte das 14-köpfige Ensemble für einen fulminanten Abschluss des ersten Teils.

Nach der Pause setzte das Sax-Ensemble der Musikschule, geleitet von Eduard Prost, mit dem „Java Jive“ von Milton Drake und Ben Oakland sowie mit „Hit the Road Jack“ von Curtis Mayfield gleich das nächste Ausrufezeichen. Vom österreichischen Komponisten und Arrangeur Stefan Rotter, alias „Coboflupi“, stammt „Cat-y-Bird“, das die beiden 14-jährigen Schwestern Amelie und Chiara Kraus anstimmten. Amelie wird auf der Querflöte von Katerina Polishchuk, Chiara an der Klarinette von Karin Amrhein unterrichtet.

Längst nicht mehr nur als klassischer Interpret reüssiert inzwischen Leopold Braun, wie er mit Gershwins „I got Rhythm“ am Klavier einmal mehr eindrucksvoll bewies.

Nicht nur instrumental ist die Musikschule gut aufgestellt. Sie hat auch gute Sängerinnen in ihren Reihen. Etwa Cleo Krimmer. Die 16-jährige stimmte „Friends“ von Anne Marie und Marshmallow an. Sarah Henninger, 19, verdiente sich mit „Only Hope“ von Mandy Moore den Beifall des Publikums. Beide nehmen bei Sonja Freitag Gesangsstunden. Sie begleitete Sarah auch auf dem Klavier.

Wer die Band der Musikschule schon länger nicht mehr gehört hatte, dürfte ihren Auftritt am Freitag erstaunt verfolgt haben – und am Ende ebenso begeistert gewesen sein, wie eingefleischte Fans der Gruppe aus der Klasse von Alexander Berger. Vor allem die Interpretation des „Twenty One Pilots“-Stücks „Migraine“ war ein absoluter Hit.