Wertheim

Ehrentag Früheres Gemeinderatsmitglied und Vorsitzender der Werbegemeinschaft, Gerhard Schacht, wird heute 70 Jahre alt

Einsatz für seine Heimat war ihm wichtig

Archivartikel

Dörlesberg.Geboren wurde Gerhard Schacht am 4. März 1949 in Wertheim. Seine Kindheit verbrachte er in der Friedleinsgasse. Mit sechs Jahren kam er in die Volksschule, besuchte die Mittelschule in der Luisenstraße und die höhere Handelsschule in der Alten Steige. 1965 begann er seine Berufsausbildung für die mittlere Beamtenlaufbahn bei der Bahn am Bahnhof Wertheim. nach seinem Abschluss war er bei verschiedenen Firmen im Verkauf und teilweise im Außendienst tätig. Von 1978 bis 1989 betrieb er ein eigenes Angelgeschäft und Handel für Pokale – zuerst auf dem Marktplatz, dann in der Friedleinsgasse. Bis heute bietet er Pokale und Medaillen an und graviert diese. Gerhard Schacht lebtseit 15 Jahren in Dörlesberg. Seine Frau Marliese stammt aus dem Ort. 1970 hatte das Paar geheiratet. Im gleichen Jahr wurde Sohn Jürgen geboren, 1976 Tochter Nicole. Schacht ist stolz auf seine drei Enkelinnen. Vor vier Jahren verstarb seine Frau. Heute lebt er mit seiner Lebensgefährtin zusammen.

Vom Anfang bis zum Ende der 1980er Jahre war der Jubilar Vorsitzender der Werbegemeinschaft „aktuelles Wertheim.“ In dieser Zeit sind unter anderem der Wertheimer Weihnachtsmarkt und Ostermarkt ins Leben gerufen worden. „Mein größter Kampf war der, für den Bau der Tiefgarage Schlossberg“, sagt der senior heute rückblickend. Damals habe die Werbegemeinschaft 95 Geschäfte als Mitglied gehabt und diese benötigten dringend Parkplätze für ihre Kunden. „Damals war noch Leben in der Stadt“, stellte er etwas wehmütig fest. „Die Parkgarage sollte zugleich als Atomschutzbunker zur Verfügung stehen. Dies bedeutete, von den elf Millionen Mark Baukosten übernahm der Bund rund 90 Prozent.“ Es sei die elegantes Lösung überhaupt für neue Parkplätze gewesen. „Die SPD und Grünen in Wertheim sprachen sich gegen den Bau aus, da der Bunker nicht für alle Wertheimer Einwohner genug Platz bieten würden.“ Es seien zähe Verhandlungen gewesen. „Bei der Abstimmung stimmte der Gemeinderat mit nur einer Stimme Mehrheit für den Bau.“ Dies sei ein Glücksgriff für Wertheim gewesen. „Das weiß heute jeder.“ Aus Sicht von Schacht war der Bau der Kaverne zentral für die weitere Entwicklung der Altstadt und deren Belebung unter anderem durch Wohnraum.

1983 wurde er von mehreren Gruppierungen angesprochen, ob er für den Gemeinderat kandieren wolle. „Ich wollte mich nicht an eine Partei binden, letztlich überzeugte mich Hermann Rebitzer von den freien Wählern.“ Zu seiner persönlichen Motivation sagte Schacht: „Als waschechter Wertheimer Bursche lag mir meine Stadt sowie ihre Vereine schon immer am Herzen.“ 1984 sei er mit rund 3600 Stimmen in das Gremium gewählt worden. Die Zusammenarbeit im Rat war zwar oft von Parteigeplänkel geprägt, nach den Sitzungen saß man dennoch bei Wein und Zigarre zusammen. Besonders habe ihm gefallen, an der Entwicklung der Innenstadt beteiligt zu sein. Zentrales Diskussionsthema seiner Amtszeit sei die Sanierung der alten Eisenbahnbrücke gewesen. „Konfliktpunkte waren vor allem die Kosten und die zähen Verhandlungen mit der Bahn als Eigentümer.“ Die Pläne zur Sanierung habe man schließlich verworfen.

Der Jubilar war zudem Mitglied im Messeausschuss und dem Aufsichtsrat der damals neu gegründeten Fremdenverkehrsgesellschaft. Nach einer Amtsperiode schied Schacht 1989 aus dem Gremium aus. „Ich kandidierte nicht mehr, weil ich zu viele andere Aufgaben hatte.“

Schacht ist bis heute in vielen Vereinen engagiert. Er war 40 Jahre bei der DLRG Wertheim aktiv, Rettungsschwimmer und Rettungstaucher sowie einige Jahre Vorstandsmitglied, er ist seit 50 Jahren beim Sportfischerverein Wertheim aktiv, davon über 30 Jahre in diversen Vorstandsämtern. Er ist Ausbilder und Prüfer für die Angelscheine, Gründungsmitglied im Angelverein Reicholzheim, seit rund 60 Jahren Mitglied des SV Wertheim, heute SV Viktoria und seit über 30 Jahren dort Stadionsprecher. Seit zehn Jahren ist er Mitglied im Schützenverein Dörlesberg und seit 50 Jahren in der Reservistenkameradschaft. Außerdem hilft er bei diversen Veranstaltungen im Dorf. Für Kommunalpolitik interessiert er sich noch heute.

Weitere Hobbys sind das Angeln, das Reisen ans Meer und die Gestaltung der Flächen rund um sein Haus. Gefeiert wird der Ehrentag groß mit Freunden und Familie in Dörlesberg.

Die FN schließen sich den Gratulanten an. bdg